Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Dies ist Ihrer aktuelle Navigationsstand:
Start > Aktuelle Informationen > Konzertierte Aktion gegen illegale Schrotthändler war erfolgreich

Topnavigation


zur Sprungnavigation
 

Aktuelle Informationen


zur Sprungnavigation


Inhaltsbereich

Konzertierte Aktion gegen illegale Schrotthändler war erfolgreich

Stadt und Polizei greifen gegen professionellen Kühlschrank-Klau hart durch

 

In einer konzertierten Aktion mit Polizei und dem Entsorger EGN sind Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit, Ordnung und Umwelt gegen illegale Schrotthändler vorgegangen. Das Ergebnis: Zwei Händler aus Roermond und Krefeld erhalten Anzeige wegen Diebstahls.

Auf frischer Tat ertappt

Bei ihnen waren Kühlschränke und ausgebaute Kühlschrankkompressoren sichergestellt worden. Die Kriminalpolizei ermittelt zudem wegen Umweltdelikten. Zusätzlich stellten die Beamten technische Mängel an den Fahrzeugen und nicht sachgemäß gesicherte Ladung fest. Ein dritter Händler hatte einem Zeugen obendrein erklärt, mit Genehmigung der Stadt unterwegs zu sein. Auch ihn erwartet nun gerichtlicher Ärger. Alle illegal eingesammelten Teile mussten die Männer zähneknirschend auf den Lkw des Entsorgungsunternehmens umladen.

Uwe-Große Hartlage vom Fachbereich Ordnung und Umwelt zeigt sichergestellte Kühlschrankkompressoren, auf die es die Schrotthändler besonders abgesehen haben.Um den Diebstahl nachweisen zu können, hatten Mitarbeiter der Stadt die Kompressoren der Kühlschränke im Vorfeld fotografiert. Beobachter notierten, wann die Geräte von wem aufgeladen oder ausgeschlachtet wurden.

Am Abend wurden die im Stadtteil Lank-Latum umherfahrenden Händler schließlich von Streifenwagen gestoppt und zu einem Parkplatz am Technischen Dezernat der Stadtverwaltung eskortiert.

Kein Pardon bei Umweltgefährdung

„Es handelt sich bei diesen Leuten nicht um romantische Sperrmüllsammler, sondern um gut organisierte Kriminelle, die eine Gefährdung der Umwelt billigend in Kauf nehmen“, erklärte Heiko Bechert, der die Aktion als Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Ordnung und Umwelt koordinierte. Zudem störten die Händler massiv die ordnungsgemäße, umweltgerechte Elektroschrottsammlung und –entsorgung der Kommune. „Das müssen wir rigoros unterbinden.“

Die Aktion will die Stadt in unregelmäßigen Abständen wiederholen. Unter den Händlern soll sich nun nachhaltig herumsprechen, dass illegales Sammeln in Meerbusch unangenehme Folgen hat. Die Stadtvermutet, dass nun auch andere Kommunen dem Meerbuscher Beispiel folgen

 

Das florierende Geschäft mit Metallschrott

- Hintergrund-Informationen -

In Deutschland werden jährlich etwa drei Millionen Haushaltskühlgeräte entsorgt. 480.000 davon sind bereits ausgeplündert und aller Wertstoffe beraubt, wenn sie bei den kommunalen Übergabestellen ankommen. Es fehlen Kompressoren, Wärmetauscher, Kühlmittelleitungen und Elektrokabel.

Aufkleber sagen "Hände weg!"

Gemeinsam mit der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) und ihrer Tochtergesellschaft NOEX geht die Stadt Meerbusch nun auch im Stadtgebiet gegen die Kühlschrankausschlachtungen und -diebstähle vor, die die offiziellen Sammlungen letztlich unwirtschaftlich machen. Jeder Bürger, der einen Kühlschrank zur Abholung anmeldet, wird gezielt informiert, die Öffentlichkeit mit Flyern und Plakaten für das Thema sensibilisiert. Für Kühlschränke, die zur Abholung auf die Straße gestellt werden, gibt es grellorangefarbene Aufkleber, die darauf hinweisen, dass das Gerät nur durch den autorisierten Entsorger abgeholt werden darf. Zusätzlich machen Ordnungsbehörde und Polizei illegalen Sammlern mit gezielten "Aktionstagen", Strafanzeigen und Bußgeldern das Leben schwer.

Gefährliches Thermo-Öl

Der Gerätediebstahl ist allerdings nur die eine Seite der Medaille. "Besonders Demontage und Diebstahl der Kompressoren führen zu einer extremen Umweltverschmutzung", sagt Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Ordnung und Umwelt in der Stadtverwaltung. Hintergrund: Der Kühlkreislauf eines Kühlgerätes, der bei der Demontage aufgeschnitten wird, enthalte im Durchschnitt 250 Gramm FCKW-haltiges Thermo-Öl. Ein einzelner Tropfen genüge, um bis zu 1.000 Liter Trinkwasser zu verseuchen. Einmal unkontrolliert ausgetreten, dringe das Öl schnell durch verschiedenste Erdschichten bis zum Grundwasserspiegel vor. "Die Menge von FCKW R12, die bei der Beschädigung der Kühlgeräte austritt, beträgt durchschnittlich 128 Gramm", erklärt Christiane Helmhold von der EGN. Das Kältemittel sei fast 11.000 mal klimaschädlicher als Kohlendioxid (CO2). Der unkontrollierte Austritt aus einem einzigen Gerät entspreche einem CO2-Ausstoß von 1,4 Tonnen oder umgerechnet der CO2-Emission bei 20.000 gefahrenen Autokilometern.

Auswirkung bis in Entwicklungsländer

Nach aktuellen Schätzungen erreichen jährlich rund 400.000 Kühlgeräte nicht die kommunalen Sammelstellen, sondern werden vom Straßenrand entwendet oder vor den Toren der kommunalen Sammelstellen abgegriffen. Die Geräte gehen in der Regel auf direktem Weg in Nicht-EU-Länder, vor allem nach Nigeria, aber auch nach China. Dort erfolgt das Ausschlachten der Geräte häufig durch Kinder und Jugendliche unter katastrophalen Bedingungen und ungeachtet der Gefahren für Gesundheit und Umwelt.

Die NOEX AG, eine Tochter der EGN, betreibt in Grevenbroich eine moderne Aufbereitungsanlage für Kühlgeräte. Unter Einhaltung strenger Auflagen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und der Emissionsschutzgesetze bereitet die NOEX jährlich rund 230.000 Kühlgeräte auf. Dabei wird das FCKW zu 99,9% ausgeschleust. Öle und Kühlflüssigkeiten werden abgesaugt und fachgerecht als Sonderabfall entsorgt. 

 

 

 

 





27. February 2012



Link Zurück Link nach Oben Impressum Kontakt Newsletter Hilfe
21. Februar 2018

Veranstaltungskalender



zur Sprungnavigation