Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 12/22/2003

Sternsinger aus allen Pfarrgemeinden kamen zum Traditionsbesuch
 
 
 
Weltweit größte Bürgerinitiative der Kinder
sammelte zuerst beim Bürgermeister

Immer wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, sind die Meerbuscher Sternsinger zu Gast beim Bürgermeister, um ihre ersten Spenden für notleidende Kinder in aller Welt zu sammeln. Abordnungen aus allen Pfarrgemeinden und beiden Bistümern der Stadt stellten jetzt das Leitthema der aktuellen Sternsinger-Aktion vor, sie sangen Lieder und versahen den Sitzugssaal des Rates mit dem traditionellen Segensspruch “christus mansionem benedicat” (Christus segne das Haus, C + M + B). Das weltweite Leitthema der Sternsinger-Aktion 2004 heißt “gufatanya kubaka”, frei ins Deutsche übersetzt bedeutet das soviel wie “Kinder bauen Brücken”. Der Satz entstammt einer der drei Amtssprachen von Ruanda, dem sogenannten “Kinyarwanda”. Ruanda ist eines der vielen armen Länder, in denen mit Hilfe der Millionenspenden aus der Sternsinger-Aktion wertvolle Kinderhilfsprojekte finanziert werden (gesonderte Infos über Ruanda im folgenden Kapitel).

Bürgermeister Dieter Spindler lobte die Kinder für ihre Bereitschaft, Altersgenossen in aller Welt durch eigene Initiative zu unterstützen. Die Sternsinger-Aktion, gern auch "größe Bürgerinitiative der Kinder" genannt, sei eine Beweis dafür. dass vieles möglich ist, wenn viele Menschen an einem Strang ziehen. "Oft fühlen wir uns machtlos angesichts der Fülle der Probleme in der Welt. Doch man kann auch im Kleinen vieles bewegen." Für die Kinder gab's wie immer Weckmänner, Getränke und am Schluss den obligatorischen Obulus in die Sammelbüchsen.


Kinder bauen Brücken – gufatanya kubaka
Ruanda ist das Beispielland der 46. Aktion Dreikönigssingen

Die Frage nach dem Bau von Brücken, nach Versöhnung und dauerhaftem Frieden, drängt sich auf, wenn man von Ruanda spricht. Das “Land der tausend Hügel” rückte 1994 durch den erschreckenden Völkermord in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. 800.000 Menschen verloren in wenigen Wochen ihr Leben, Hunderttausende mussten in die Nachbarländer fliehen. Die tiefen Gräben zu überwinden, die Krieg und Genozid zwischen die Volksgruppen der Hutu und der Tutsi gerissen haben, ist die große Aufgabe, mit der die Menschen in Ruanda heute leben. Die Unterstützung von Projekten und Hilfsprogrammen soll ein kleiner Beitrag der Sternsinger sein, dass Gerechtigkeit und Frieden in Ruanda eine Chance auf Entwicklung haben.

Gleichwohl ist Ruanda lediglich das Beispielland der Aktion. Durch die Berichterstattung der Aktionsträger – das Kindermissionswerk “Die Sternsinger” und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – in verschiedenen Materialien und Publikationen sollen Kinder in Deutschland die Lebenssituation von Gleichaltrigen in Ländern der so genannten Dritten Welt kennen lernen. Die Erlöse aus dem Dreikönigssingen sind für Kinder-Hilfsprogramme rund um den Globus bestimmt. Rund 2.000 Projekte in Asien, Ozeanien, Afrika, Lateinamerika und Osteuropa konnten zuletzt jährlich aus den Erlösen der Aktion unterstützt werden.


Die Aktion Dreikönigssingen im Porträt:
500.000 Sternsinger unterwegs für Kinder in Not

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion entwickelt, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Rund 280 Millionen Euro wurden seither gesammelt, gut 25.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Asien, Ozeanien, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt. Mit dem Sammelergebnis von rund 32,17 Millionen Euro erzielten die Sternsinger bei der 45. Aktion zum Jahresbeginn 2003 einen neuen Rekord. Mit den Mitteln werden weltweit Projekte in den Bereichen Evangelisierung, Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung, Ernährung, Rehabilitation und Nothilfe gefördert.

Träger der bundesweiten Aktion sind das Kindermissionswerk “Die Sternsinger” mit Sitz in Aachen und der bundesweit vertretene Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). In Zusammenarbeit mit Verantwortlichen aus den 27 deutschen Diözesen legen die Träger unter anderem das jährliche Leitwort der Aktion und ein Beispielland fest. Durch die Berichterstattung über das Beispielland – in 2004 ist es Ruanda, in 2005 Thailand und in 2006 Peru – in verschiedenen Aktionsmaterialien sollen Kinder in Deutschland die Lebenssituation von Gleichaltrigen in Ländern der so genannten Dritten Welt kennen lernen. Die Erlöse aus der Aktion sind selbstverständlich nicht nur für Projekte im jeweiligen Beispielland bestimmt, sondern fließen in Hilfsprogramme für Kinder rund um den Globus.

In den Pfarrgemeinden vor Ort engagieren sich zahlreiche unterschiedliche Gruppen als Sternsinger: Messdiener, Kinderchöre, Jugendverbände oder offene Gruppen. Neben den in der Mehrzahl zwischen acht und 13 Jahre alten Kindern, die als Kaspar, Melchior und Balthasar Anfang Januar von Haus zu Haus ziehen, sind rund 90.000 ältere Jugendliche und Erwachsene bei der Begleitung der Kinder und in der Vorbereitung aktiv. Auf dem Programm stehen unter anderem die Beschäftigung mit den aktuellen Aktionsmaterialien, die oftmals langfristige Pflege der Gewänder oder das Basteln neuer Sterne und Kronen sowie das Einüben der Sternsingerlieder und Segenssprüche.