Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/11/2003

Ordnungsbehörde und Polizei wollen jetzt härter durchgreifen
 
 
 
Autos, Abfall, Saufgelage: Am Rheinufer
wüten die “Unverbesserlichen”

“Mama auaaaahh!” Mit einem herzerweichenden Schluchzen läuft die kleine Antonia zur Decke zurück, auf der sich ihre Mutter in der Sonne aalt. Blut tropft vom Füßchen des Mädchens auf den heißen Kies. Die Kleine hat beim Spielen in eine Scherbe getreten.

“Fälle wie dieser dürften im Augenblick am Rheinufer keine Seltenheit sein”, meint Stadtpressesprecher Michael Gorgs. Beispiel: der Uferstreifen unterhalb des Langster Fährhauses. Schattenspendende Weiden und hoch stehendes Ried säumen das geschützte Refugium am Wasser. Seit Ausbruch der großen Hitzewelle ist gerade dieses Areal bevorzugtes Ziel für Sonnenhungrige, Erholungsuchende, Griller und Tagestouristen. Die Schattenseite: Gerade an den idyllischsten Plätzchen häuft sich der Müll. Flaschen, Tüten, Pappbecher, Kartons, ausgediente Grills, Essensreste. “Der Anblick tut in der Seele weh”, so Gorgs. In einer Sonderaktion werde in Kürze eine Kolonne des Bauhofes ausrücken, um zumindest dem größten Unrat Herr zu werden. Der gleiche Anblick bietet sich derzeit in der großen Rheinbucht unterhalb des Modellflugplatzes bei Büderich. Müll und Grillabfälle, wohin man schaut. Der Grund: Beide Uferstreifen sind vom nächsten Parkplatz aus in wenigen Schritten zu erreichen, entsprechend viel Material wird angeschleppt und bleibt oftmals auch liegen.

Gemeinsam mit der Ordnungsbehörde der Stadt will nun auch die Polizei mehr Präsenz am Rhein zeigen. Heute (Donnerstag) machten sich Peter Nellissen und Wolfgang Schweigler mit Lothar Schmitz vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung erstmals auf den Weg, um nach dem Rechten zu sehen. “Gerade jetzt verbringen auch viele Familien ihre Ferientage am Rhein. Das sind aber nicht unsere Übeltäter, die nehmen ihre Abfälle wieder mit”, weiß Nellissen aus Erfahrung. Das Problem seien die Partys und Saufgelage zumeist Jugendlicher am Abend und in der Nacht. Was viele nicht wissen: Im Landschschafts- und im Naturschutzgebiet ist auch das Grillen und Zelten streng verboten. Beides wird ebenso wie wildes Ablagern von Müll als Ordnungswidrigkeit geahndet. Teurer kann das Befahren und Parken der Schutzgebiete sein – eine unerträgliche Unsitte gerade in Langst-Kierst. “Am neu angelegten Parkplatz vorbei fahren die Leute am Rhein entlang, bis es nicht mehr weitergeht. Meist übrigens mit auswärtigen Kennzeichen”, so Michael Gorgs. “Verbotsschilder und Info-Tafeln interessieren offenbar niemanden.” Auch hier soll nun verschärft kontrolliert und der Weg mit einer Schranke gesperrt werden. Die Bußgeldpalette für skrupellose Autofahrer reicht im Landschaftsschutzgebiet von 50 bis 250 Euro, im Naturschutzgebiet von 75 bis 750 Euro.