Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 02/02/2007

Frischemarkt-Bau auf dem Ostara-Gelände am Bahnhof Osterath
 
 
 
Gutachten festgezurrt: Umfassendes Zahlenmaterial
für eine gut abgewogene Entscheidung

Die Carat-Gruppe aus Oberhausen, seit 1996 Eigentümer des ehemaligen Ostara-Geländes in Osterath, hat große Pläne: Auf dem 14 Hektar großen Areal zwischen Bahnlinie und Winklerweg soll nach dem Wunsch der Gesellschaft ein neues Stadtquartier mit Wohn- und Gewerbebebauung nach neuesten städtebaulichen Erkenntnissen entstehen. Dazu ein „Premium-Frischemarkt“ - mit rund 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, mit gehobenem Lebensmittelangebot, aber ohne so genanntes Non-Food-Sortiment. Betreiber möchte der mit mehreren „SB-Markt-Awards“ ausgezeichnete Kaufmann Heinz Zurheyde werden, der im Ruhrgebiet bereits sechs erfolgreiche Edeka-Frischemärkte auf Premium-Niveau führt.

Derzeit läuft das Bauleitplanverfahren für das Gesamtvorhaben, auch die erste Bürgeranhörung gab es schon. Ein umfangreiches Gutachten, das der Investor vorlegen muss, soll nun darüber Aufschluss geben, welche Auswirkungen ein Markt dieser Größe speziell auf den Einzelhandel der Umgebung haben könnte. Um das Verfahren möglichst effektiv zu gestalten, kamen jetzt auf Einladung von Bürgermeister Dieter Spindler alle Beteiligten zu einem Erörterungstermin mit dem Hamburger Gutachterbüro GfK Geo-Marketing zusammen. Dabei stimmten Vertreter von Bezirksregierung, Industrie- und Handelskammer (IHK), Einzelhandelsverband und Stadtverwaltung unter anderem ab, welches Einzugsgebiet das Gutachten erfassen soll und welche Sparten untersucht werden sollen. „Dann fehlt nichts und alle wissen, worüber wir reden und was gemeint ist“, so Spindler.

Erklärtes Ziel des Betreibers ist es, auch Kaufkraft aus der Nachbarschaft nach Meerbusch zurückzuholen. Deshalb sollen die Gutachter nun nicht nur die möglichen Auswirkungen des Vorhabens auf den Einzelhandel in den großen Meerbuscher Stadtteilen untersuchen, sondern auch Nachbarorte wie Willich, Kaarst, Krefeld-Fischeln, das südliche Neuss und Oberkassel einbeziehen. „Wir brauchen Erkenntnisse darüber, wie sich Kundenströme entwickeln und wo sich Umsätze des Einzelhandels verlagern könnten“, erkärte Anja Geer, Geschäftsführerin der IHK Mittlerer Niederrhein. Darauf legte auch der Vertreter des Einzelhandelsverbandes NRW, Rainer Gallus, Wert.

Die Bezirksregierung wird im weiteren Verfahren unter anderem prüfen, ob das Vorhaben planungsrechtlich korrekt ist und ob die Verkehrsanbindung stimmt. Dazu wird das Gutachten Kaufkraft, Nachfrage und das Einzelhandesangebot im Einzugsgebiet untersuchen. „Das Datenmaterial lässt dann konkrete Rückschlüsse zu, ob der Frische-Markt in der geplanten Form verträglich ist oder nicht“, sagte Leif Krägenau von der GfK. Innerhalb von sechs Wochen nach Auftragserteilung könne das Gutachten vorliegen – ergebnisoffen, so betonte er. Zieltermin ist Ende März.

Unabhängig davon, so kündigte Bernd-Martin Koch von Carat an, werde seine Gesellschaft etwa Mitte Februar mit den Abrissarbeiten auf der Industriebrache beginnen.