Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/22/2003

In der Stadtverwaltung haben sich wieder Adressen geändert
 
 
 
Mangelware Platz: Feuchte Bürocontainer
lösten das große Stühlerücken aus

Peter Ritter und Hans-Josef Riskes wischen sich den Schweiß von der Stirn und schnaufen erst einmal tief durch. Wie die beiden Männer der Schulverwaltung auch schrauben und rücken, die Schreibtischkombination will einfach nicht ins neue Büro passen. Nebenan schrubbt Sportreferent Holger Wegmann die kleine Kaffeeküche. Devise: Selbst ist der Mann.

Szenen eines Umzugs, ausgelöst durch den Zahn der Zeit. Hintergrund: Die 1972 als Provisorium errichteten Bürocontainer an der Gonellastraße 32-34 in Lank haben ausgedient. Feuchtigkeit und Fäulnis lassen einen täglich achtstündigen Aufenthalt von Menschen in den engen Büroräumen nicht mehr zu. Raumluftmessungen des Gesundheitsamtes bestätigten die Erkenntnis, Bürgermeister Dieter Spindler erhörte die Klagen der Mitarbeiter. Da der Neubau auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich aus wirtschaftlichen Gründen aufgeschoben ist und keine weiteren Räume angemietet werden sollten, begann jetzt das große Stühlerücken. Frage: Wer hat für wen Platz, und wer passt wohin?

Der Fachbereich Kultur, Schule und Sport packte sein Hab und Gut zusammen und zog in die ehemaligen Räume des Rechnungsprüfungsamtes in Langst-Kierst. Wer hier persönlich etwas erledigen hat, muss sich nun auf den Weg zur Langster Straße 60 machen. Schlüssig ist immerhin, dass der Fachbereich nun auch seine Büchereiverwaltung wieder Tür an Tür bei sich weiß. Die Damen um Leiterin Hildegard Bodden-Omar saßen nämlich schon vorher “ab vom Schuss” in Langst-Kierst. Die Rechnungsprüfer kamen jetzt im Rathaus an der Dorfstraße in Büderich unter. Das Haus ist nun bis unters Dach besetzt. Dafür mussten die Vollziehungsbeamten des Service Finanzen zum Dr.-Franz-Schütz-Platz ausweichen. Zwischen ihren Außenterminen nutzen sie jetzt stundenweise den Sitzungssaal als provisorisches Büro.

In den beiden alten Villen an der Gonellastraße arbeiten jetzt nur noch Mitarbeiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, die Gleichstellungsbeauftragte und natürlich die Damen des Bürgerbüros. Wer ein Gewerbe anmelden möchte, findet seinen Ansprechpartner jetzt im Vorderhaus. Die Bürocontainer im Hof werden übrigens (noch) nicht abgerissen und sollen nur noch sporadisch genutzt werden.

Für Pressesprecher Michael Gorgs ist die Umzugsserie eine zwangsläufige Folgeerscheinung der chronischen Raumnot in der Stadtverwaltung: “Die Kolleginnen und Kollegen sitzen verstreut an mehr als 10 Stellen im Stadtgebiet, teils mehr schlecht als recht. Spielraum gibt es praktisch keinen, da löst jede Veränderung zwangsläufig eine Kettenreaktion aus.” Die Umgezogenen packen derweil ihre Kisten aus und richten die neuen Arbeitsplätze ein – bis zum nächsten Stühlerücken. Ein Trost für den Bürger: Die Telefonnummern bleiben die gleichen.