Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 09/08/2006

Bürgermeister Spindler geht gegen nächtliche Flugverspätungen vor
 
 
 
Endlich klare Verhältnisse für alle:
Nachtflugregelung muss auf den Prüfstand

Vor dem Hintergrund der zahlreichen nächtlichen Verspätungen von Maschinen am Düsseldorfer Flughafen hat Bürgermeister Dieter Spinder Landesverkehrsminister Oliver Wittke aufgefordert, die Nachtflugregelung des Airports schnellstmöglich zu präzisieren. Ein entsprechender Brief verließ jetzt das Rathaus.

Im Jahr 2003 hatte es in Düsseldorf zwischen 23 und 24 Uhr 871 verspätete Maschinen gegeben, 2004 waren es schon 1.255 und im Jahr 2005 sogar 1.615. Dies entspricht einer Steigerung von rund 80 Prozent. “Wir haben den Minister über diese schlimme Entwicklung informiert, aber eine Besserung ist nicht eingetreten”, so Spindler. Im Gegenteil: Die bislang für 2006 vorliegenden Zahlen bestätigten den hohen Anteil der “Verspätungen”.

“Dies ist nur möglich, weil die bestehende Nachtflugregelung zu viele Ausnahmen zulässt, weil niemand entscheidet, wer verspätet ist und weil die Verspätungen keine Sanktionen nach sich ziehen. Dies nutzen die Fluggesellschaften offensichtlich aus”, moniert der Bürgermeister. Verspätungen würden von der Ausnahme zur Regel, weil niemand etwas dagegen unternehme. “Auch der Bezirksregierung fehlt die Handhabe. An den fehlenden Konsequenzen krankt die gesamte Nachtflugregelung.”

Nötig sind nach Spindlers Auffassung deshalb ganz klare Verhältnisse. “Zwischen 23 und sechs Uhr muss grundsätzlich Ruhe sein, dann weiß jeder, woran er ist.” Zweifellos seien kleinere Verspätungen nicht auszuschließen. “Aber wer nach 23 Uhr noch Düsseldorf anfliegen will, müsste eine sehr gut begründete Ausnahmegenehmigung der Luftaufsicht bei der Bezirksregierung beantragen, die es wirklich nur in absoluten Einzefällen geben darf”, so der Bürgermeister.

Dazu unterstützt Spindler ausdrücklich eine Forderung der “Bürger gegen Fluglärm”: Die sogenannte “Homebase-Regelung”, die den am Düsseldorfer Flughafen ansässigen Fluggesellschaften Landungsrecht bis 24 Uhr und darüber hinaus weitere Verspätungstoleranzen ohne Sondergenehmigungen einräumt, will er schnellstmöglich gekippt sehen. Denn mittlerweile machten die Flüge der sogenannten “Homebase-Carrier” den größten Teil des Verkehrsaufkommens aus. Dies wiederum treibe den Anteil der “Spätlander” weiter hoch.