Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/07/2003

Hitzewelle: Tankwagen der Stadtgärtner sind jetzt im Dauereinsatz
 
 
 
Bürger helft mit! - Täglich ein bis zwei
Eimer für den Baum vor der Haustür

35 Grad im Schatten, kein Wölkchen am Himmel, kein Regen in Sicht. Nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur macht die Hitze zu schaffen. Schon jetzt zeigen Straßenbäume gelbes Laub, werfen Blätter, teilweise sogar ganze Äste ab. Für die Gärtner des Fachbereichs Grünflächen Grund genug, die Wasserversorgung der grünen Schatten- und Sauerstoffspender zu forcieren. Besonders die in den vergangenen zwei Jahren gepflanzten Bäume brauchen jetzt dringend Feuchtigkeit. “Die Wurzeln sind noch nicht so tief ausgebildet. Hier müssen wir nachhelfen”, sagt Stadtgärtner Dietmar Schwarz. Gemeinsam mit neun Kollegen versorgt er junge Bäume im Stadtgebiet täglich mit rund 50.000 Litern Wasser. Ab sechs Uhr morgens sind die “Grünen” unterwegs - selbst vom Arbeitgeber mit kistenweise Mineralwasser ausgestattet, denn der Job ist schweißtreibend.

Mehrere Fahrzeuge des Fachbereichs Grünflächen sind mit kleinen Tanks bis 600 Liter ausgerüstet, dazu gibt’s einen größeren Unimog-Tankwagen, der nach und nach alle Stadtteile anfährt. An anderen Stellen pumpen die Gärtner das kostbare Nass direkt aus Hydranten an die Wurzeln. Auch die rund 300 Obstbäume des Meerbuscher Bürgerwäldchens am Alten Lanker Wasserwerk werden versorgt. “Außerdem achten wir darauf, dass die Firmen, die im Auftrag der Stadt Bäume gepflanzt haben, im Rahmen ihrer sogenannten Gewährleistungspflege bei der Stange bleiben und genügend wässern”, erklärt Fachbereichsleiter Rolf Schmidt.

Bei allem Engagement aber ist auch eines klar – ohne Hilfe der Bürger ist die Aufgabe kaum zu bewältigen. “Wenn jeder Meerbuscher dem Baum vor ihrem Haus ab und an mit ein bis zwei Eimern Wasser durch die Hitzewelle helfen, wäre das toll”, so Rolf Schmidt. “Das nützt nicht nur den Bäumen, sondern auch den Menschen.” Hintergrund: Bäume verbessern maßgeblich das Mikroklima im Ort. Ein großer Laubbaum kann der Luft jährlich bis zu 1.000 Kilogramm Schadstoffe und Staub entziehen, er speichert Feuchtigkeit und spendet wertvollen Sauerstoff – ein Aspekt der besonders vor dem Hintergrund der jüngst gemessenen Ozonwerte zu denken gibt.

Auch auf den Friedhöfen im Stadtgebiet ist die Wasserversorgung in diesen Tagen Thema Nummer eins. Der Fachbereich Grünflächen hat eigens 50 neue Gießkannen ausgehängt. Hinweisschilder bitten die Besucher, die Kannen nach der Grabpflege auch an ihren Platz an der Wasserstelle zurückzuhängen. “Sonst haben die anderen das Nachsehen”, so Rolf Schmidt. Der Appell zeige bereits Wirkung.

Obwohl die Meerbuscher Wälder gute Feuchtigkeitsspeicher sind, gilt auch hier striktes Rauchverbot. Damit trockenes Gras auf Rünstreifen und Banketten nicht in Brand gerät, dürfen auf keinen Fall Zigarettenkippen aus dem Auto geworfen werden.