Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 11/12/2007

An der Pappelallee in Lank beginnt der dritte Sanierungsschritt
 
 
 
Eine neue Allee für nachfolgende Generationen:
Schwarzpappeln ersetzen altersschwache Hybriden

Die Pappelallee in Lank-Latum wird in nächster Zeit nochmals deutlich ihr Gesicht verändern. Noch in dieser Woche beginnt ein Fachunternehmen damit, die noch verbliebenen 74 alten, so genannten Hybridpappeln zu schlagen. Die Fällaktion ist Bestandteil eines Sanierungsprogramms zum langfristigen Erhalt der Allee, das im Landschaftsplan des Rheinkreises Neuss hinterlegt ist. Im ersten Schritt mussten bereits in den Jahren 1990 und 1991 154 bruchgefährdete Bäume weichen, im zweiten Abschnitt 1997 wurde nochmals jeder zweite Baum gefällt und anschließend durch "echte" Schwarzpappeln (Populus nigra) ersetzt. Jetzt steht der dritte Abschnitt des Sanierungsprogramms an. Danach werden wieder Schwarzpappeln nachgepflanzt.

"Die nach dem Krieg gesetzten Hybriden haben nur eine Lebensdauer von 50 bis 60 Jahren", erklärt Rolf Schmidt, der im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung unter anderem für die Pflege der städtischen Grünflächen und Forste verantwortlich ist. Nach Diagnose der Baumchirurgen sind Wurzelhälse und Stämme vieler Bäume schon jetzt derart von Fäulnis befallen, dass der Eingriff mit der Motorsäge nicht mehr aufzuschieben ist. "Wir müssen jede Gefahr für Spaziergänger, Radfahrer und den landwirtschaftlichen Verkehrs ausschließen", so Schmidt. Der Charakter der beliebten Allee, die den östlichen Ortsrand von Lank maßgeblich prägt, soll freilich trotzdem erhalten bleiben - und zwar langfristig. Die "echte" Schwarzpappel hat gegenüber der rasch wachsenden Holzpappel eine erheblich längere Lebenserwartung, die leicht über 100 Jahre hinausgehen kann. "Somit erhalten wir die Allee für die nächsten drei bis vier Generationen."

Mit der Neugestaltung der Pappelallee leistet die Stadt nicht nur einen landschaftspflegerischen, sondern auch einen ökologisch wertvollen Dienst: Die Europäische Schwarz-Pappel, Baum des Jahres 2006, ist in der Landschaft inzwischen so selten geworden, dass sie in die Rote Liste bedrohte Pflanzenarten aufgenommen wurde. Die Gründe für das drohende Aussterben sind vielfältig: Natürliche Flussauen wurden verändert oder verschwanden durch Menschenhand völlig. Zudem wurde der Baum häufig durch andere, nichtheimischen Pappelarten verdrängt oder mit ihnen gekreuzt. Somit gelten ältere „echte" Schwarz-Pappeln inzwischen schon als kleine Sensation im Landschaftsbild. Sie werden daher in mehreren Ländern Europas und einigen deutschen Bundesländern gesondert erfasst und geschützt.