Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 10/20/2004

Unterirdische Abfallbehälter für Fußgängerzonen im Test
 
 
 

Schlanker Hals und dicker Bauch:
Unterflursystem “City” für mehr Sauberkeit

Er wirkt eher zierlich, der etwa hüfthohe Edelstahlzylinder, der da aus dem Pflaster der Fußgängerzone hervorschaut. So ein kleines Ding soll jetzt die Abfälle der Lanker Einkaufsstraße aufnehmen? Kleines Ding - weit gefehlt. Der neue Abfallbehälter mit dem klangvollen Namen “Unterflursystem City” schluckt weit mehr als der erste Eindruck verspricht. Der Clou: Sein 600 Liter Unrat fassender “Bauch” liegt unsichtbar unter der Erde. Zwei Exemplare wurden jetzt am Alten Schulhof und an der Ecke Hauptstraße/Rheinstraße in Lank eingebaut. Neun herkömmliche, offene Körbe durften dafür weichen. Bürgermeister Dieter Spindler überzeugte sich an der Baustelle persönlich von den Vorzügen des Systems (Foto).

Die Abfälle aus dem unterirdischen Stahlcontainer werden durch einen schmalen Schacht im Boden abgesaugt. Die Kehrmaschinen des Stadtbauhofes sind mit einem “Rüssel” ausgestattet, der weggeworfenes Papier, Zigarettenkippen oder Eisbecher mit tiefem “Atemzug” herausbefördert. Der Effekt. Die Behälter quellen nicht über und müssen seltener entleert werden. Damit ist weniger Personalaufwand nötig. Innerhalb von zwei bis drei Jahren soll sich das System amortisieren. Außerdem: Unter der Erde lagert der Abfall kühl und riecht nicht, Ungeziefer und Nager schauen im wahrsten Wortsinne in die Röhre, und auch das Wespenproblem im Sommer ist passé. Ein weiterer Pluspunkt: Das schmale Einwurfloch macht es unverbesserlichen Zeitgenossen unmöglich, ihre Hausmüllsäcke – wie in der Vergangenheit immer wieder geschehen – auf Kosten der Allgemeinheit zu entsorgen.

Bislang wurden die Abfallkörbe in der Lanker Fußgängerzone drei Mal pro Woche geleert, auch Samstags nach Geschäftsschluss. Dennoch kann es ab und an vorkommen, dass die Behälter übervoll sind, dass Papier umherfliegt oder achtlos auf die Straße geworfen wird. Jetzt soll erprobt werden, wie sich das neue System bewährt, wie die Behälter angenommen werden und wie oft sie geleert werden müssen. “Eine saubere und wirtschaftliche Lösung ist es allemal”, sagt Heiko Bechert, Fachbereichsleiter für Umweltfragen in der Stadtverwaltung. Städte wie Viersen, Willich und Siegen haben bereits gute Erfahrungen gemacht. Der erste unterirdische Container für Altglas und Altpapier am Deutschen Eck in Büderich – unauffällig und stets sauber – spricht ebenfalls dafür, die neuen Systeme künftig vermehrt einzusetzen.

Das Lanker Pilotprojekt ist Bestandteil einer breit gefächerten Sauberkeitsinitiative der Stadt, zu der unter anderem der Einsatz des Saubermobils und der Meerbuscher Saubertag gehören. Auch die Wertstoffcontainerstandorte wurden im Sinne der Stadtbildpflege einer “Schönheitskur” unterzogen. Von 90 Standorten in Wohngebieten wurden bisher 43 befestigt, mit Rankgittern eingezäunt und begrünt - in diesem Jahr allein zehn. Im Haushaltsentwurf 2005 sind erneut 30.000 Euro für Verschönerungsmaßnahmen veranschlagt.