Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/05/2003

Planungs- und Kulturausschuss tagen Mittwoch gemeinsam
 
 
 
Werkstattverfahren” soll entscheidende Weichen für Haus Meer stellen

In einer gemeinsamen Sitzung wollen Planungs- und Kulturausschuss am Mittwoch, 19.30 Uhr, im Mataré-Gymnasium in Büderich über ein sogenanntes “Werkstattverfahren” für Haus Meer entscheiden. Im Rahmen der Werkstatt sollen fünf Planungsbüros im Dialog mit Fachbehörden, Bürgerinitiativen, Stadt, Eigentümer und interessierter Öffentlichkeit konkrete Vorstellungen für die Nutzung des vieldiskutierten Geländes entwickeln. Am Ende soll ein “von breiter Zustimmung getragenes, denkmalverträgliches Nutzungskonzept” stehen.

Am Mittwoch Abend werden die Politiker zudem darüber beraten, welche Vorgaben Politik und Verwaltung dem Verfahren zugrunde legen wollen. Wunsch der Stadt Meerbusch ist es, so steht in der Beratungsvorlage zu lesen, “eine verantwortungsvolle Mischung verträglicher Nutzungen” für das Grundstück zu finden, die die Bedeutung des Ortes beachten. Ziel ist es unter anderem, den Landschaftspark wieder herzustellen und das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Grundlage aller Überlegungen soll das im Juli 2002 vorgelegte Gutachten der Fachochschule Köln sein. Im Rahmen des Gutachtens untersuchten Bauhistoriker, Gartendenkmalpfleger, Archäologen und Ökologen das Areal und legten eine umfangreiche Bestandsaufnahme vor.

Im Laufe seiner rund 2000-jährigen Geschichte wurde das begehrte Stück Land an der Rheinschlinge auf unterschiedlichste Weise besiedelt. Die Römer nutzten den exponierten Standort als erste zum Wohnen, Arbeiten und für die Landwirtschaft. Seelsorge, Arbeit, Wissenschaft und religiöses Leben prägten die 800jährige Klosterepoche. Repräsentatives Wohnen und Wirtschaften standen nach dem Umbau der Klosteranlage zum Schloss im Mittelpunkt. So ist es nach Auffassung der Stadt sinnvoll, das Gelände auch in Zukunft zum Wohnen und Arbeiten, für Forschungs- und kulturelle Zwecke zu nutzen. Für eine kulturelle Nutzung sei es positiv, wenn sich mehrere öffentliche Träger wie Stadt, Kreis, Land NRW und Landschaftsverband sowie auch private Investoren zusammentun.

Bürgermeister Dieter Spindler befürwortet das Werkstattverfahren. “Wenn das Gelände endlich genutzt und öffentlich zugänglich gemacht werden soll, müssen alle an einem Strang ziehen. Ein solches offenes Verfahren, das alle Beteiligten an einen Tisch holt, bietet hoffentlich die Chance für realistische Lösungen.”