Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 02/26/2008

Ausstellung "In die Zukunft gedacht" war ein Publikumsmagnet
 
 
 
Über 2.800 Besucher in der Alten Seilerei -
Informationsgehalt und Aufbereitung gelobt

2.819 Besucher an 28 Öffnungstagen, 31 Führungen, 15 davon mit Schulklassen aus Meerbusch und den Nachbarstädten, Kataloge, CDs und sämtliches Begleitmaterial vergriffen. Die Bilanz der Ausstellung "In die Zukunft gedacht - Bilder und Dokumente zur Deutsche Sozialgeschichte" in der Alten Seilerei kann sich sehen lassen. "Die Besucherzahl hat alle Erwartungen übertroffen", gibt Michael Regenbrecht zu. Gerade in den letzten Ausstellungstagen habe der Andrang nochmals stark zugenommen. Den Höhepunkt brachte der letzte Sonntag mit 283 Interessenten. Fast fünf Jahre lang hatte sich der Stadtarchivar beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales bemüht, um die große Dokumentation nach Meerbusch zu holen. "Die Beharrlichkeit hat sich gelohnt", so Regenbrecht. Nicht zuletzt bringe der Erfolg auch Rückenwind für die Außendarstellung des Stadtarchivs. "Bei uns wird eben nicht nur Papier eingelagert, sondern auch lokale Geschichte aufgearbeitet. Das ist spannend."

Gruppen der Diakonie Meerbusch, des Meerbuscher Kulturkreises oder der Agentur für Arbeit waren ebenso in der Alten Seilerei in Osterath zu Gast wie ein Seminar der Fachhochschule oder der Dolmetscherschule Düsseldorf. Auch eine eigens für Gehörlose anberaumte Führung mit Gebärdendolmetscher fand großen Anklang. "Auch viele Familien waren bei uns", freut sich Regenbrecht. Trotz nicht ganz leichter Materie hätten sich auch Kinder ohne Probleme ein Bild von den Lebensverhältnissen in früheren Zeiten machen können. Ein Beispiel: die originalgetreu aufgebaute Arbeiterküche aus dem 19. Jahrhundert und die lebensecht gestalteten Figuren.

Auf großes Interesse ist laut Regenbrecht auch das vom Stadtarchiv beigesteuerte Ausstellungskapitel über die betriebliche Sozialpolitik in den heimischen Unternehmen Ostara und Böhler gestoßen. "Hier haben sich vor allem viele ältere Besucher an ihre Berufstätigkeit im Fliesenwerk und im Stahlbetrieb erinnert."


Die große Dokumentation erzählte sehr lebensnah deutsche Sozialgeschichte, die mit Bismarcks Sozialgesetzgebung begann. Fotos, Verträge, Gesetzestexte, Briefe, Zeittafeln und Plakate schicken den Besucher auf die Reise durch die Zeit. Sie zeigte aber auch, wie sich die Lebenswelt der Menschen in Deutschland von der Gesundheit über Ausbildung, Arbeit und Alter bis zum Zusammenleben der Geschlechter und Generationen mit dem Wandel der Sozialgesetzgebung verändert hat und weiterhin verändert.