Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 06/27/2003

Mataré-Schüler lüften Geheimnisse des städtischen Haushalts
 
 
 
Von Kanal bis Kabarett: Was macht
die Stadt eigentlich mit unserem Geld?

“Die Stadtverwaltung arbeitet im Dienst der Öffentlichkeit. Also ist alles, was in der Stadtverwaltung passiert, auch für die Öffentlichkeit interessant”, erklärte Stadtpressesprecher Michael Gorgs. Alles Wissenswerte aus dem Rathaus verständlich und vor allem bürgernah aufbereitet nach draußen zu tragen, sei Aufgabe der Pressestelle. “Dazu sind wir verpflichtet, wir haben aber auch ein fundamentales Eigeninteresse daran, denn so wird unsere Arbeit transparent.”

Dazu gehören auch klare Antworten auf scheinbar banale Fragen: “Was macht die Stadt eigentlich mit unserem Geld?” oder “Wie funktioniert der kommunale Haushalt?” Die Jahrgangsstufe 8 des Mataré-Gymnasiums geht Fragen wie diesen gerade im Politikunterricht auf den Grund. Für Lehrerin Annegret Weeke Anlass genug, sich mit Michael Gorgs und dem Leiter des Service Finanzen, Thomas Fox, gleich zwei Männer aus dem Rathaus in den Unterricht zu holen.

Eifrig wurde mitgeschrieben und nachgefragt: “Wann tut die Stadt eigentlich was für mich?” Antwort von Thomas Fox: Den ganzen Tag – oft allerdings unbemerkt. Schon am Morgen, wenn der Mensch schlaftrunken das Licht einschalte und ins Badezimmer zum Duschen tappe, sei die Stadt mit im Boot. Der Grund: Strom und Wasser kommen nicht von selbst. Der Rundumservice setzt sich nahtlos fort: Auf dem Weg zur Schule ist die Straße gefegt und bei Bedarf von Schnee befreit, und das Regenwasser fließt in den Kanal. Der Linienbus fährt, und eine Schule steht zur Verfügung, Möbel sind drin und Lehrmittel sind da. Nachmittags öffnet die Stadtbücherei, und abends gibt’s Kabarett im Forum Wasserturm.

“Ohne Einnahmen läuft allerdings nichts”, erklärte Fox. Steuern, Gebühren – etwa für Straßenreinigung und Müllabfuhr - , Zuweisungen von Bund und Land oder auch Kreditaufnahmen seien nötig, damit die Stadt ihre Pflicht- und ihre freiwilligen Aufgaben erfüllen könne. Geld werde dabei reichlich bewegt. Rund 340 Millionen Euro umfasst der Jahreshaushalt, der sich vom guten alten Haushaltsbuch der Hausfrau gar nicht so gravierend unterscheide. Auch die Philosophie sei die gleiche: Sparsam und sorgfältig müsse gewirtschaftet werden, sonst gebe die Aufsichtsbehörde eins auf den Deckel. Wichtigste Einnahmequelle der Stadt: die Gewerbesteuer. Ein großer Ausgabeposten: die Personalkosten für rund 670 Mitarbeiter vom Dezernenten bis zur Erzieherin. “Die Politik entscheidet nach Vorbereitung durch die Verwaltung, wofür wieviel ausgegeben wird”, so Fox. Beim Blick in den rund drei Kilo schweren “Haushalts-Wälzer” konnten sich die Schüler auch über die laufenden Kosten für ihr Gymnasium informieren. Beispiel: Über 30.000 Euro fließen in diesem Jahr in die Vernetzung der Klassenräume.

Mit Blocks, Kulis und Meerbusch-Pins ausgestattet setzt die achte Klasse jetzt ihre Recherchen in sachen Haushalt fort - und wohl auch ein gutes Stück schlauer.