Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/25/2007

Gesetzgeber rückt Tagesmütter ganz neu ins Blickfeld
 
 
 
Bessere Qualifikation und mehr Anerkennung:
Interessenten können sich jetzt melden

Das Bemühen um mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren ist derzeit in aller Munde – auch in Meerbusch. Ein Trend, der auch die Arbeit der Tagesmütter neu ins Blickfeld gerückt hat. Das sogenannte „Tagesbetreuungsausbaugesetz“ fördert diese Entwicklung: Der Gesetzgeber hat die Kindertagespflege aufgewertet und gleichrangig auf eine Stufe mit der institutionellen Kleinkinderbetreuung in Tagesstätten gestellt. Das wiederum erhöht die Anforderungen, die fortan an Tagesmütter gestellt werden müssen. „Es geht inzwischen nicht mehr nur um die bloße Betreuung, sondern auch um Bildung und Erziehung der anvertrauten Kinder“, sagt Sabine Knechten vom Jugendamt der Stadt.

Um die Tagesmütter für die neue rechtliche Sitiuation zu rüsten, haben Jugendamt und der Meerbuscher Tagesmütter e.V. jetzt ein verbindliches Regelwerk aufgestellt, das exakt festlegt, welche persönlichen Anforderungen eine Tagespflegeperson erfüllen und welche Qualifikationen sie erwerben muss, bevor das Jugendamt die sogenannte Pflegeerlaubnis erteilen kann. Diese Erlaubnis brauchen auch Tagesmütter, die bereits tätig sind. Ziel ist es darüber hinaus, neue Mütter oder auch Väter für die Aufgabe als Tagespflegeperson zu gewinnen. Dies wiederum soll helfen, das Betreuungs-platzangebot in Meerbusch weiter zu verbessern.

Persönlichkeit und Sachkompetenz, Freude am Umgang mit Kindern, die Bereitschaft sich fortzubilden oder auch körperliche und psychische Belastbarkeit gehören zu den Mindestanforderungen, die das Jugendamt an die Interessenten stellt. Verbindlich für alle Bewerber ist ein 33-stündiger Qualifizierungskursus, den die Volkshochschule Meerbusch in Zusammenarbeit mit dem Tagesmütter e.V. anbietet. Die Teilnahmegebühr übernimmt das Jugendamt, wenn der Kursus erfolgreich absolviert ist. Im Paket mit weiteren Aufbaukursen umfasst die Ausbildung insgesamt 160 Stunden.

„Die Tagespflege ist eine ganz sensible Betreuungsform, die von allen Beteiligten gut durchdacht und vorbereitet sein will“, betont Inge Losch-Engler vom Tagesmütter e.V. „Tagesmütter haben durch die neue Gesetzeslage einen Selbständigenstatus, müssen Betreuungsverträge abschließen, müssen sich Urlaubsanspruch oder auch die Lohnfort-zahlung im Krankheitsfall sichern.“ Neben pädagogischen Kenntnissen vermittle die unerlässliche Grundqualifikation deshalb auch geschäftliches Handwerkszeug. Die Tagesmütter können auf Antrag bei der Stadt eine Geldleistung für den entstehenden Sachaufwand und die pädagogische Arbeit erhalten. Zusätzlich zahlt die Stadt einen Zuschuss zur Rentenversorgung und erstattet die Unfallversicherung, die jede Tagesmutter für sich selbst abschließen muss.

Um neue Interessenten für die Kindertagespflege zu gewinnen, bieten Jugendamt und Tagesmütter im Mai zwei Informationsveranstaltungen im Familienzentrum „Sonnengarten“ in Büderich an: Am Donnerstag, 10. Mai, 9.30 bis 11.30 Uhr, können sich Eltern beraten lassen, die ihr Kind in Tagespflege geben möchten. Am Donnerstag, 24. Mai, um die gleiche Zeit gibt es einen Beratungstermin für Interessenten, die Betreuungsperson in der Kindertagespflege werden möchten.