Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 06/16/2005

Junge Architekten: Schüler gestalten das Herzstück ihrer Schule
 
 
 
Foyer soll zur freundlichen Visitenkarte
werden: Vision ist im Modell schon fertig


Vision: Das "neue" Foyer in der Gesamtansicht
(zum Vergrößern bitte Foto anklicken)
Das Foyer des Städtischen Meerbusch- Gymnasiums (SMG) soll eine Visitenkarte der Schule werden. Das wünschen sich zumindest die Schüler, Lehrer und die Elternschaft. “Ohne künstliche Beleuchtung wirkt der Raum leider schummrig und wenig einladend”, sagt Schulleiter Ulrich Keusen. “Das wollen wir ändern.”


Statt sofort bei der Stadt als Schulträger oder in der Politik Abhilfe zu fordern, wurden die Schüler des Meerbusch-Gymnasiums – getreu dem Schulmotto “SMG – Schule miteinander gestalten” – zuerst selbst aktiv. In einem Kunstkurs der Jahrgangsstufe 13 mit dem Thema Architektur schmiedeten die Jugendlichen eifrig Pläne für die Neugestaltung des rund 1.500 Quadratmeter großen Zentralbereiches im Erdgeschoss. Das Hauptziel: Mehr Gemütlichkeit und mehr Atmosphäre sollen her. “Das Foyer ist ein Raum der Begegnung. Deshalb muss er einladend und freundlich sein”, sagt Kunstpädagogin und Projektleiterin Dragi Bachmann.


Prioriät: Das neue Schulcafé soll
das "Schulbüdchen" ersetzen.
(zum Vergrößern bitte Foto anklicken)
Nach der ersten Planungsphase folgte der nächste Schritt: Mit Erfolg bewarb sich die Jahrgangsstufe 13 im Februar 2004 mit ihrer Idee für das landesweite Projekt “KidS – Kammer in der Schule” unter der Schirmherrschaft des NRW-Ministeriums für Schule, Jugend und Kinder. Das Projekt ist Teil des Aktionsprogramms “Architektur macht Schule”, das die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen initiiert hat. “Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für ihre gebaute Umwelt zu sensibilisieren und ihnen zu vermitteln, dass man sein bauliches Umfeld selber aktiv beeinflussen kann”, so Kammerpräsident Hartmut Miksch.


Die Schüler des Meerbusch-Gymnasiums haben die Botschaft offenbar bestens verstanden. Über Monate hinweg wurde, angeleitet von den Architekten Björn Nolte und Tesalika te Rhe sowie der Meerbuscher Innenarchitektin Claudia Möhrstädt, geplant, getüftelt und entworfen – auch an Wochenenden und in den Ferien. Herausgekommen ist ein komplettes Gestaltungskonzept, das dem Herzstück untzer anderem mehr Licht, frischere Farben und eine bessere Raumstruktur schenken soll. Entstanden ist auch ein professionellen Modell im Maßstab 1:50, das jetzt im Schulausschuss erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bürgermeister und Schuldezernent Dieter Spindler hat seine Freude am Engagement der Schülerinnen und Schüler. “So viel Eigeninitiative ist einfach toll. So war es folgerichtig, auch einen angemessenen Zuschuss bereit zu stellen.” Im städtischen Haushalt 2005 sind 10.000 Euro Fördermittel für das Projekt vorgesehen.

“Wir hoffen, dass unsere Idee in etwa drei Jahren verwirklicht ist”, so Schulleiter Ulrich Keusen. Bis dahin müsse allerdings noch mancher Euro herangeschafft werden.

Jetzt sollen nach dem Wunsch des Schulausschusses ein Kostenplan aufgestellt und die Realisierungsstufen festgelegt werden. Eine Prioriät ist schon klar: Ihr Schülercafé wollen die Jugendlichen zuerst einrichten.