Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 09/13/2004

Ernst Nüse: Hommage an einen herausragenden Bürger und Bürgermeister
 
 
  Ernst-Nüse-Platz in Osterath
wurde der Öffentlichkeit übergeben

Gemeinsam mit Witwe Hildegard Nüse hat Bürgermeister Dieter Spindler jetzt den neuen Ernst-Nüse-Platz im Herzen des Meerbuscher Stadtteils Osterath der Öffentlichkeit übergeben. Der Fachausschuss für Straßen, Kanäle und Umwelt hatte die Namensgebung auf Antrag des Vereins “Pro Osterath” beschlossen.

"Der Name Ernst Nüse ist untrennbar mit Meerbusch verbunden. Für diese Stadt, deren Entwicklung er selbst von erster Stunde an maßgeblich mitprägte, wirkte er mit Verstand und mit Herz. Für ihren Fortbestand setzte er sich mit ganzer Kraft ein. Er war Identifikationsfigur und Sympathieträger – offen, gelassen, freundlich, liebenswert. Er war den Menschen wichtig – nicht zuletzt deshalb, weil er sich selbst nicht so wichtig nahm. Leider starb er viel zu früh im Juni 2000", erklärte Spindler in seiner Rede.

Ein Grundprinzip habe Ernst Nüse in seinen zehn Jahren als Bürgermeister stets eingehalten: Er stand fest zu seinen Zielen und Überzeugungen, doch seine eigene Person stellte er nur zu gern zurück. Er verstand, zu kämpfen – aber auf seine Art. Nie gegen andere, sondern immer für die gute Sache. Er suchte stets den Konsens, nicht die Konfrontation. Er suchte den Ausgleich, nicht die Auseinandersetzung.

Wichtig habe er neben Familie und Beruf seine ehrenamtlichen Aufgaben genommen. Neben der Politik engagierte er sich im Lehrerverband, in Berufsbildungsgremien, in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung oder auch im Heimat- und Schützenbund Osterath mit Herzblut und Kompetenz. Der Ehrenring der Stadt Meerbusch und das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland würdigten Ernst Nüses Bemühen um das Gemeinwohl.

"Dieser Platz, auf dem wir jetzt stehen, ist nicht irgend ein Platz. Vielmehr hatte diese Ecke für Osterath stets eine besondere Bedeutung. Bis heute sprechen die alten Osterather in Platt nur vom “Striekieser” - und jeder weiß, was gemeint ist", blickte Spindler in die Historie zurück. In der Tat geht der Ursprung der Bezeichnung geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die heutige Straßenführung und Bebauung gab es damals nicht, wichtige Verbindungen im Dorfkern waren vielmehr schmale Fuß- und Karrenwege wie das Erschsträßchen, die Bongartz-Gasse oder die Schützendelle. Die Hochstraße hieß Dorfstraße und war nur mit der Kaarster Straße verbunden, eine Kreuzung wie heute gab es nicht. Große Höfe oder auch die alte Schmiede schräg gegenüber prägten das Ortsbild. Spindler weiter: "Eines war ganz entscheidend: Es gab auch keine nennenswerte Verkehrsverbindung zwischen Osterath und Büderich, dazwischen lag der Meerer Busch, und das trennte die Menschen im täglichen Leben offenbar nachhaltiger als man heute glaubt."

Erst 1836 wurde die Staatsstraße Richtung Düsseldorf gebaut. Der damalige Osterather Bürgermeister Kürfgen opferte dafür sein Gehöft, den Ventenhof, der genau da lag, wo heute der Ernst-Nüse-Platz zum Verweilen einlädt. Der Hof wurde abgerissen, und die Trasse zerschnitt das Grundstück diagonal derart durch, dass die spitze Form eines Bügeleisens entstand. Darauf wurde später ein kleines Häuschen mit ebenfalls spitzem Gärtchen gebaut. Das “Striekieser” war geboren. Das Haus beherbergte viele Jahre die Bäckerei Bohms, wurde aber später wegen Baufälligkeit abgerissen.

"Heute stehen wir mitten in einem neuen, großzügiger gestalteten Osterath mit mehr Aufenthaltsqualität, mit Fußgängerzone, Außengastronomie und schönem Ambiente. Ich freue mich sehr, diesen zentralen Punkt im Ort heute gemeinsam mit Frau Hildegard Nüse offiziell “Ernst-Nüse-Platz” taufen zu dürfen", so Spindler. "Möge er uns immer an einen ganz besonderen Bürger unserer Stadt erinnern."

Der Heimat- und Schützenbund Osterath hat seinen Beitrag zur weiteren Verschönerung des Platzes schon angekündigt: Zum 50-jährigen Bestehen des Vereins wird eine eigens gestaltete Schützen-Plastik aufgestellt.