Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 11/23/2004

Ausstellung “Kulturbiotop Obstwiese” im Technischen Dezernat
 
 
 
“Bürgerwäldchen” als Öko-Vorbild:
Obstbäume sollen Renaissance erleben

Wo kommen eigentlich unsere Äpfel her? Aus Neuseeland, Südafrika, Brasilien oder vielleicht doch aus deutschen Landen? Unwahrscheinlich ist jedenfalls, dass der Apfel, der uns im Supermarktregal anlacht, auf einer Obstwiese alter Prägung zu voller Pracht herangewachsen ist. Was die traditionelle Obstwiese, in der Landwirtschaft längst durch rationell abzuerntende Plantagen abgelöst, so alles kann und bewirkt, zeigt jetzt eine Ausstellung der Natur- und Umweltschutzakademie (NUA) NRW im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung an der Wittenberger Straße in Lank. Titel: “Kulturbiotop Obstwiese”. Ergänzt werden die Schautafeln durch eine Fotodokumen-tation des jüngsten Workshops “Obstbaumschnitt” der Lanker Gartenbauingenieurin Gabriele Rose-Grimsel. Im Rahmen des Workshops haben Mitarbeiter des Fachbereichs Grünflächen die ersten der rund 300 Obstbäume im Meerbuscher Bürgerwäldchen einem “Erziehungsschnitt” unterzogen. Dabei erhält der Baum ein gesundes “Grundgerüst” aus Stamm, Mitteltrieb, Leit- und Seitenästen. Der Schnitt ist unerlässlich für den späteren Fruchtertrag.

“Die Ausstellung gibt fachmännische Pflegetipps und Anregungen dazu”, sagt Rolf Schmidt, Leiter des Fachbereichs Grünflächen im Technischen Dezernat. “Außerdem ermuntert sie den Gartenbesitzer, statt exotischer Gewächse einfach mal wieder einen klassischen Obstbaum zu pflanzen.” Dazu gibt es vielfältiges Informationsmaterial zum Mitnehmen. Die Natur- und Umweltschutzakademie NRW wirbt für den Schutz von Streuobstwiesen und zeigt Modelle für eine wirtschaftliche Vermarktung. Mit der Gründung sogenannter Fördergemeinschaften haben Bewirtschafter und Naturschützer neue Wege gefunden, die es ermöglichen, die Wiesen wirtschaftlich zu nutzen und so im Bestand zu sichern.

Das Bürgerwäldchen, gemeinsam verwirklicht von Stadt und Umweltförderverein Meerbusch, gilt längst über die Stadtgrenzen hinaus als ökologisch vorbildlich – nicht zuletzt deshalb, weil alte Obstbaumbestände auch aus der Niederrheinlandschaft immer mehr verschwinden. “Obstbäume sind als Lebensraum und Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und andere Kleinlebewesen von höchstem Wert”, so Rolf Schmidt. Deshalb wurden in der weitläufigen Anlage zusätzlich Nisthilfen geschaffen, die auch gefährdete Arten anlocken sollen. “Nicht zuletzt ist die Obstwiese aber auch eine Augenweide für den Menschen.” Zur Blütezeit im kommenden Frühjahr ist es wieder so weit.

Die Ausstellung “Kulturbiotop Obstwiese” ist bis einschließlich 30. November montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr geöffnet.