Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 09/15/2004

Deichsanierung zwischen Langst-Kierst und Stadtgrenze Krefeld
 
 
 
Pläne liegen jetzt vier Wochen öffentlich aus


Für die anstehende Sanierung des Rheindamms von Langst-Kierst bis zur nördlichen Stadtgrenze hat das sogenannte Planfeststellungsverfahren begonnen. Nach drei frühzeitig angesetzten Info-Abenden in Langst-Kierst und Nierst haben die Bürger nun Gelegenheit, die fertigen Pläne noch einmal einzusehen. Bis einschließlich 18. Oktober sind alle Unterlagen montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr im Raum 138 (Erdgeschoss, Flur 2) des Technischen Dezernates an der Wittenberger Straße 21 in Lank-Latum öffentlich ausgelegt. Einwendungen können bis spätestens vier Wochen nach Ende der Auslegungsfrist im Technischen Dezernat oder bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht werden. Nähere Informationen zum Verfahren finden sich in einer Amtlichen Bekanntmachung der Stadt, die in allen städtischen Infokästen und im Internet unter www.meerbusch.de nachzulesen ist.

Waren bei der im Sommer 2002 abgeschlossenen Deicherneuerung zwischen Büderich und Langst-Kierst hauptsächlich landwirtschaftliche Flächen betroffen, geht es im zweiten Sanierungsabschnitt auch um konkrete Anwohnerinteressen. Der neue Deich wird zwar nur wenig höher, aber erheblich breiter als der alte. Monate lange Planungs- und Abstimmungsarbeit hat der Deichverband bereits geleistet. Geschäftsführer Josef Schmitz führte die Verhandlungen mit den betroffenen Grundeigentümern. Im sensiblen Bereich der Nierster Spey waren zudem die Belange des Naturschutzes akribisch genau zu beachten. Darüber wachen das Staatliche Umweltamt und der Rheinkreis Neuss als Untere Landschaftsbehörde.

Der Deichverband hofft, im Jahr 2006 mit dem Bau beginnen zu können. Rund 14 Millionen Euro soll die Sanierung des 6,2 Kilometer langen Deichabschnitts kosten. Die immensen Erdmassen, die für den Deichbau zu bewegen sind, sollen – so hat es der Deichverband beantragt – auf dem Wasserweg zur Baustelle geschafft werden, um Anlieger und Zufahrtsstraßen zu schonen. In der Ortslage Langst-Kierst wollen die Deichbauer den Damm entgegen der üblichen Vorgaben im Rheinvorland verbreitern. Die dadurch verloren gehende “Retentionsfläche” soll durch Rückverlegung des Deiches zwischen Langst und Nierst wieder herausgeholt werden. Ein Teil des alten Damms bleibt dennoch stehen, da hier der Ameisenbläuling, eine vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsart, letzte Zuflucht gefunden hat.

Interessant für Menschen, die am Rhein Erholung suchen: Mit Fertigstellung des zweiten Bauabschnittes im Jahr 2007 wird Meerbusch erstmals über eine durchgehende Radwegverbindung entlang des Stroms verfügen. Der Radweg wird großenteils über die Deichkrone oder aber über den sogenannten Deichverteidigungsweg am Deichfuß führen.