Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 07/12/2005

Jugend-Musikfestival: Blasorchester der Musikschule ganz vorn
 
 
 
Tolle Stimmung nach zweitem Platz in Zürich:
Nur 1,5 Punkte fehlten zur absoluten Spitze

Die Kirchturmuhr zeigt gerade 7.35 Uhr, es ist noch ruhig in Büderich. Einige Zeitgenossen huschen mit Brötchentüten über den Dr.-Franz-Schütz-Platz. Plötzlich kommt Leben in die Szene: “Da sind sie ja!” Ein Doppeldeckerbus schwenkt in die Theodor-Hellmich-Straße ein. Die kleine Empfangsdelegation mit Bürgermeister Dieter Spindler, Kulturdezernent Hans Mattner-Stellmann, Bereichsleiter Detlef Krügel, Musikschulleiterin Sabine Hermann sowie Müttern und Vätern reckt erwartungsfroh die Köpfe. Das Aufgebot am frühen Dienstag Morgen hat seinen Grund: Es gilt, 53 “Vizeweltmeister”gebührend zu empfangen.

Der Bus stoppt, zischend öffnen sich die Türen, noch etwas verschlafen klettern die ersten nach achteinhalb Stunden Nachtfahrt ins Freie. Spontaner Applaus. Das Blasorchester der Städtischen Musikschule ist wieder daheim – im Gepäck ein zweiter Preis und jede Menge wunderbare Eindrücke vom Welt-Jugend-Musikfestival in Zürich, dem größten Musikspektakel für junge Leute schlechthin. Über 80 Kapellen und Orchester mit 4.500 Teilnehmern aus 23 Nationen ließen die schweizer Metropole vier Tage lang klingen und Kopf stehen. Eine rauschende Eröffnungsfeier im Letzigrund-Stadion, Festumzug im Herzen Zürichs, ausgelassene “Youth Music Party”, jede Menge neue Bekanntschaften – und natürlich das spannende “Bewertungsspiel” liegt hinter den Musikern. “Ihr habt eine tolle Leistung gezeigt und Meerbusch in der Welt noch bekannter gemacht”, lobt der Bürgermeister. “Wir sind stolz auf euch.”

"Wir sind stolz auf euch." Bürgermeister Spindler empfängt die 53 "Vizeweltmeister" auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz.


Zum zweiten Mal war das Meerbuscher Orchester mit von der Partie, um sich in der Schweiz dem Votum der internationalen Jury zu stellen. Das Ergebnis fiel diesmal noch knapper aus als bei der Premiere vor sechs Jahren: Das Schicksal hing an ganzen zwei Stücken: “Rainbow Warrior” hatten sich die Zwölf- bis 23-Jährigen selbst ausgesucht. Packend erzählt das Stück den Kampf der Greenpeace-Tierschützer um das Leben einer Gruppe Wale, die von Fängerbooten gejagt wird. Urs Ehrenzellers Komposition “Latinomania” mit ihren vertrackten Samba-Rhythmen kam als Pflichtaufgabe hinzu. Auf Ausdruck, Dynamik und Zusammenspiel richteten die Preisrichter ihr Augenmerk – Geschenke gab’s keine. Nur 1,5 Punkte fehlen den Meerbuschern am Ende zu Platz eins.

Sei’s drum: Das juckt jetzt niemanden mehr. Die Stimmung ist trotz kurzer Nacht mit sporadischen Nickerchen im Bus bestens. “Hallo zusammen”, ruft Kapellmeister Peter Koch und zeigt stolz den Preis, eine Plexiglastrophäe mit den Flaggen der 23 Teilnehmerländer. Sein Posaunist hält das neue Orchester-Diplom hoch. “Geschafft!” Für Koch und seine Lehrerkollegen Hildegard Neuherz und Manfred Gerke gibt’s dicke Sonnenblumensträuße. Aufstellen zum Erinnerungsfoto. Erst klingt’s noch leicht verschlafen, aber dann wird munter mitgeklatscht und gesungen: “Steht auf, wenn ihr Sieger seid!” Da ist sie wieder, die Freude am großen gemeinsamen Zürich-Erlebnis.

Noch einmal umarmen und Schulter klopfen, dann wollen alle nur noch eins: schlafen. Die meisten haben sich schon den Juli 2011 vorgemerkt. Dann nämlich steigt in Zürich das nächste Welt-Jugend-Musikfestival – mit Meerbuscher Beteiligung versteht sich