Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/02/2004

Bürgermeister holt Initiativen gegen Fluglärm an einen Tisch
 
 
 
Geschlossen mehr Druck entwickeln:
Resolution mit den wichtigsten Forderungen

“Im Bestreben gegen die zunehmende Belastung Meerbuschs durch Fluglärm können wir nur Wirkung erzielen, wenn alle Stadtteile geschlossen agieren”, ist Dieter Spindler überzeugt. Deshalb lud der Bürgermeister jetzt die Vertreter aller Meerbuscher Fluglärminitiativen - die Schutzgemeinschaft Meerbusch gegen Fluglärm, die Vereinigten Fluglärmgegner Meerbusch Nord und den Bürgerverein Osterath gegen Fluglärm - zum Meinungsaustausch an einen Tisch. Ziel der Zusammenkunft war es, Ansatzpunkte für eine gemeinsame Linie in der Auseinandersetzung mit Flughafen und Genehmigungsbehörden zu finden.

Eine Resolution soll die gemeinsame Position ganz Meerbuschs gegenüber dem Flughafen, dem Land Nordrhein-Westfalen und weiteren Gremien deutlich machen. Eine grundlegende Aussage: Der 1965 zwischen der Flughafengesellschaft und Umlandgemeinden geschlossene Angerlandvergleich setzt nach wie vor die Grenzen für den Ausbau des Airports. An einer möglichen Fortschreibung des Vergleichs wollen Stadt und Initiativen beteiligt werden. Die Zahl der Flugbewegungen im Linien- und Charterverkehr, so heißt es in der neuen Resolution, muss auf den im Planfeststellungs-beschluss festgesetzten Eckwert von 91.000 in den sechs verkehrsreichsten Monaten des Jahres begrenzt werden.

Außerdem fordern Stadt und Initiativen den Flughafen Düsseldorf auf, weitere Kapazitäten auf den Flughäfen Köln-Bonn und Weeze abzuarbeiten. Eine zusätzliche Meerbuscher Forderung: Es sollen mehr “leisere” Flugzeuge” den Airport anfliegen, Gesellschaften mit “Krachmachern” verbannt werden - Anreize könnten Vergünstigungen bei den Landegebühren schaffen. Daneben sei der passive Lärmschutz – zum Beispiel durch schallisolierte Fenster in den Einflugschneisen - weiter auszudehnen.

Für Ärger sorgen nach wie vor die auch von Bürgermeister Spindler immer wieder kritisierten Flüge in den “sensiblen Tageszeiten”. Die Eckwerte zwischen morgens sechs und acht Uhr sowie abends zwischen 22 und 23 Uhr müssen nach Überzeugung der Runde unbedingt reduziert werden, samstags und sonntags seien Flüge vor sieben Uhr komplett zu untersagen.

Dringend, so waren sich alle einig, müsse auf Bundesebene die Novellierung des Fluglärmgesetzes vorangetrieben werden. Dabei sollte statt des bisher maßgeblichen “Dauerschallpegels” endlich das einzelne “Schallereignis” mehr Berücksichtigung finden. Vom immer wieder ins Feld geführten Argument des Flughafens als “Jobmaschine” halten die Initiativen wenig. Im übrigen müsse die Gesundheit der Bürger Vorrang vor rein wirtschaftlichen Erwägungen haben.

Vor den Sommerferien will die Runde in gleicher Besetzung wieder zusammenkommen.