Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/05/2005

Bauarbeiten am neuen Pumpwerk Büderich nahezu abgeschlossen
 
 
 
Eines der größten Entwässerungsprojekte
der Stadtgeschichte geht ab Juni in Betrieb

Drei riesige Pumpen (im Bild rechts die Verladung im Februar), die bei Bedarf bis zu 3,6 Kubikmeter Regenwasser pro Sekunde Richtung Rhein befördern können, sind das Herzstück des neuen Entlastungspumpwerks im Apelter Feld bei Büderich. Im Juni soll die hochmoderne Anlage, in die die Stadt Meerbusch insgesamt rund 4,5 Millionen Euro investiert hat, komplett fertig sein. Dann geht eines der größten Entwässerungsprojekte der Stadtgeschichte in Betrieb. Zum Bauwerk gehört neben dem technisch aufwändig ausgestatteten Pumpenhaus auch eine rund 630 Meter lange Druckrohrleitung mit einem Durchmesser von 1,20 Meter, die durch den Rheindeich zur Stingesbachmündung am Rheinufer führt.

Die Pumpen treten bei “starken Niederschlagsereignissen” in Aktion. Eben diese Gewitterplatzregen hatten dem Büdericher Kanalsystem bislang wiederholt seine Grenzen aufgezeigt. Die Folgen: überlastete Rohre, hochgedrückte Kanaldeckel und nasse Keller. Wenn Wasser aus dem Hauptsammler unter der Poststraße auf die Leitungen drückte und Rückstaus verursachte, hatten besonders die Bewohner des Rheinfeldes Probleme bekommen. Entsprechend stark ist nun die Pumpkapazität ausgelegt, damit künftig nichts mehr passiert. Für den Extremfall gibt es zudem einen Notauslass an der Johannes-Kirschbaum-Straße.

“Der Büdericher Mischkanal muss sowohl das Niederschlagswasser aus dem gesamten Stadtteil als auch die Abwässer von rund 21.000 Menschen aufnehmen. Eine Entlastung gab es bislang nicht. Deshalb mussten wir Abhilfe schaffen”, sagt Matthias Unzeitig, im Fachbereich Straßen und Kanäle verantwortlicher Ingenieur für die Stadtentwässerung. Dazu seien die einschlägigen Vorgaben des Gesetzgebers zu erfüllen.

Im Meerbuscher Generalentwässerungsplan wurde das Projekt schon Mitte der Neunziger Jahre ins Auge gefasst. Jetzt ist das Kanalnetz für die Zukunft gerüstet. Fortan können dank der neuen Technik jährlich rund 230.000 Kubikmeter Regenwasser gesiebt in den Rhein “abgeschlagen” werden. Zwei Verschlüsse in der Druckrohrleitung sorgen dafür, dass im Umkehrfall kein Rheinwasser in die Kanalisation gelangen kann. Die übrigen Abwässer – belastet mit erheblicher Schmutzfracht durch Toilettenpapier und sonstigen Unrat - fließen wie bisher weiter zur Kläranlage Düsseldorf-Nord in Ilverich und dann geklärt in den Rhein. Ein willkommener Nebeneffekt: Für das “abgeschlagene” Regenwasser fallen für die Stadt keine Klärkosten an die Stadt Düsseldorf mehr an.

Büsche und Bäume rund um die Anlage werden dafür sorgen, dass der Blick in die Landschaft am Rhein nicht allzu sehr beeinträchtigt wird. An der Stingesbachmündung am Rheinufer fällt Spaziergängern aber dennoch unweigerlich auf, dass sich etwas geändert hat. Ein Hinweisschild (Foto) mit der Aufschrift “Achtung Flutwelle – Bachbett nicht betreten – Lebensgefahr!” warnt die Menschen davor, sich unbedacht im Bachgraben aufzuhalten. “Die Höchstleistung unserer Pumpen entspricht etwa der Füllung von zehn Badewannen pro Sekunde”, gibt Matthias Unzeitig zu bedenken. “Das ist im Fall der Fälle eine gewaltige Wassermasse.”