Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/13/2007

Unfallzahlen zeigen: Die Busschule für Erstklässler bringt's
 
 
 
Achtung, festhalten, Vollbremsung:
Disziplin am und im Bus ist das A und O

Achtung, festhalten, Vollbremsung! Sssssst, bumm – wie ein Blitz saust der volle 25-Liter-Wasserkanister von der letzten Sitzbank durch den Mittelgang und kracht mit einem lauten Rumms in den Fußraum neben dem Busfahrer. „Boaah“ – 25 I-Dötze der Theodor-Fliedner-Schule in Lank sind sichtlich beeindruckt. „Der Kanister ist etwa so schwer wie ein Kind im ersten Schuljahr, also wie ihr“, erklärt Polizeioberkommissar Wolfgang Schweigler den Kleinen. Die Demonstration im Schulbus wirkt. Erst lachen, dann betretenes Schweigen. Jetzt kapiert jeder der kleinen Fahrgäste, was passieren kann, wenn man sich bei Vollbremsung nicht festhält oder gar irgendwo im Bus herumtobt. Tempo 30 genügt, schwere Verletzung nicht ausgeschlossen.

Die Lanker Bezirksbeamten Wolfgang Schweigler und Peter Nellissen schwören auf ihre Busschule für Schulanfänger. Was die Rheinbahn gemeinsam mit Stadt und Polizei für die Jugendlichen an den weiterführenden Schulen praktiziert, haben die beiden Polizisten in Lank auch für die Kleinsten eingeführt. „Aus den Rheingemeinden oder auch aus Bösinghoven müssen schon die ABC-Schützen mit dem Bus nach Lank zur Schule“, sagt Schweigler. „Damit nichts passiert, müssen sie von Beginn an wichtige Verhaltensregeln lernen.“ Diszipliniertes Warten an der Haltestelle, umsichtiges Ein- und Aussteigen, Sitzenbleiben und Festhalten im Bus, das sind die klassischen Bausteine der I-Dötzchen-Busschule. Außerdem wichtig: eine Vorstellung, wer von wem im Straßenverkehr überhaupt wahrgenommen wird Anschließend darf sich jedes Kind einmal direkt vor die Stoßstange des Busses stellen und hochgucken. „Siehst du den Fahrer?“, fragt Peter Nelissen eindringlich. Antwort: ein verdutztes „Nee“. „Er dich auch auch nicht“, erklärt der Polizist. Der Effekt: Gefahr erkannt.

Die Initiative der beiden Bezirksbeamten findet auch Unterstützung in der Schulverwaltung der Stadt. „Die Unfallstatistiken zeigen, dass wir richtig liegen“, sagt Holger Reith, der die Schülerbeförderung im Stadtgebiet koordiniert. Schwerwiegende Unfälle im Schulbusverkehr habe es in Meerbusch in den letzten Jahren nicht mehr gegeben. Im nächsten Schritt sind die Kleinsten der Pastor-Jacobs-Schule an der Reihe.