Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 01/13/2005

Expansionspläne des Flughafens stoßen durchgehend auf Kritik
 
 
 
Allianz gegen Lärm: Linksrheinische Kommunen
erstmals komplett an einem Tisch


Die linksrheinischen Nachbarkommunen des Flughafens rücken im Bestreben gegen ein weiteres Anwachsen des Fluglärms über den Köpfen ihrer Bürger näher zusammen. Auf Einladung von Bürgermeister Dieter Spindler trafen sich jetzt Vertreter der Städte Krefeld, Neuss, Kaarst, Tönisvorst, Willich, Korschenbroich und Dormagen sowie des Rheinkreises Neuss, um ihre Argumente gegen die beantragte neuerliche Ausweitung der Flugbewegungen auszutauschen. Tenor: Die Stellungnahmen, die die Kommunen im Rahmen des Genehmigungs-verfahrens abgeben werden, wenden sich allesamt gegen eine Zunahme des Flugverkehrs.

In den meisten Städten sind die Papiere noch in Arbeit und bedürfen der Zustimmung der Räte, die Tendenz ist aber trotz unterschiedlich starker Betroffenheit klar: “Mehr Fluglärm – nein danke!” Vor allem der Schutz der sensiblen Zeiten zwischen 6 und 7 sowie zwischen 22 und 23 Uhr, und auch am Wochenende soll mit allem Nachdruck eingefordert werden. Genau darauf aber zielen die Begehrlichkeiten des Flughafens, um den Airlines noch mehr sogenannte “Umläufe” zwischen Düsseldorf und den Zieflughäfen zu ermöglichen. Kritische Töne gab es aus den Nachbarkommunen auch zum wachsenden Aufkommen von Billig-Charterflügen von Düsseldorf aus. Die Impulswirkung des Airports für die Wirtschaft der Region wird zwar anerkannt, ob die Masse der Urlaubsflüge aber von einem Stadtairport abgewickelt werden müsse, wird allgemein bezweifelt.

Das Angebot Spindlers, Sachargumente untereinander auszutauschen, wurde gern angenommen. Die umfangreiche Stellungnahme der Stadt Meerbusch zum Expansionsantrag wird sich unter anderem um die Frage nach dem tatsächlichen Bedarf weiterer Flugbewegungen, um Kapazitätsgrenzen, das Fehlen eines neutralen Gutachtens und um die Nachtflugbestimmungen drehen, aber auch eine verlässlichere Kontrolle über die tatsächliche Zahl der Starts und Landungen einfordern. Der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung am 27. Januar darüber entscheiden.

Am 10. Februar werden Bürgermeister der linksrheinischen Nachbarkommunen auf Initiative bei NRW-Verkehrsminister Horstmann vorstellig werden, um die Argumente auch persönlich vorzutragen.