Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 12/31/2004

Sternsinger aus acht Kirchengemeinden beim Bürgermeister
 
 
 


“Kinder haben eine Stimme”: Hilfsaktion
konzentriert sich diesmal auf Thailand

Die Zahlen waren schon vor der Flutkatastrophe erschreckend: Rund 1,2 Millionen Minderjährige – so schätzt das Kindermissionswerk Aachen - werden jährlich in aller Welt verschleppt, als Kinderarbeiter in Fabriken, Landwirtschaft oder Bergbau ausgebeutet, zu Kindersoldaten gemacht oder zur Prostitution gezwungen. Allein in Thailand gibt es nach Schätzungen der Hilfsorganisation zwischen 60.000 und 200.000 Kinderprostituierte. “Die Sternsinger helfen mit, diesen Kindern eine Stimme zu geben, auf ihre Not aufmerksam zu machen und das Unrecht zu lindern”, so Martin Klingen, Organisator der Sternsinger-Aktion in der Pfarrgemeinde St. Mauritius in Büderich. Das Ausmaß des Elends der Kleinsten sei hierzulande immer noch viel zu wenig bekannt. Durch die Flutkatastrophe in Südasien ist nun auch Thailand aus anderem als nur touristischem Blickwinkel in den Focus der Öffentlichkeit gerückt. Hauptleidtragende der erschütternden Ereignisse sind wie so oft die Schwächsten: die Kinder.

“Kindern eine Stimme geben” heißt folgerichtig der Leitsatz der Sternsinger-Aktion 2005. Als Beispielland wurde diesmal Thailand ausgewählt. Träger der bundesweiten Aktion sind das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

In allen acht katholischen Kirchengemeinden Meerbuschs werden rund um den Dreikönigstag am 6. Januar wieder die Sternsinger von Haus zu Haus ziehen, den Segensspruch “20+C+M+B+05” (“Christus mansionem benedicat” – “Christus segne das Haus”) an die Türen schreiben und Spenden sammeln. Die Gelder werden für konkrete Kinderhilfsprojekte vor Ort in Afrika, Asien und Lateinamerika eingesetzt.

Den ersten Hausbesuch statteten die Kinder wie immer dem Bürgermeister ab. Mit 62 Jungs und Mädchen und stattlicher Betreuerschar gab es diesmal einen Rekordandrang im Sitzungssaal am Dr.-Franz-Schütz-Platz. Nahrung, Wohnung, Bildung, Frieden – ihre Wünsche für die Altersgenossen in den benachteiligten Ländern der Erde hatten die Sternsinger auf große Pappschilder geschrieben. “Ich finde es toll, dass ihr hier seid, und ich finde es toll, dass ihr euch Kinder in aller Welt einsetzt, denen es nicht so gut geht wie uns”, sagte Dieter Spindler zum traditionellen Empfang mit Weckmännern und Limonade. Dazu gab’s wie immer einen Obolus in den Sammelbüchsen.

In der Tat leisten die Sternsinger Jahr für Jahr Großes, wenn es gilt, Kindern zu helfen. Im Januar 2004 waren nach Angaben der Organisatoren bundesweit rund 500.000 Jungen und Mädchen in über 12.500 katholischen Gemeinden unterwegs. Gesammelt wurde der Rekordbetrag von 34,3 Millionen Euro, davon kamen 2,2 Millionen aus dem Erzbistum Köln und 1,2 Millionen aus dem Bistum Aachen.