Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/26/2004

In neuer Sporthalle in Büderich kann wieder Normalbetrieb laufen
 
 
 
Jetzt sind auch die Duschen endlich keimfrei:
Problem lag in den Armaturen

Aufatmen in der Mauritius- und der Brüder-Grimm-Schule in Büderich. Die bei einer Routineuntersuchung Ende letzten Jahres erstmals festgestellte Keimbelastung in den Waschräumen der soeben fertig gestellten Sporthalle ist endgültig beseitigt. Nach den Waschbecken sind nun auch die Duschen “keimfrei”. Die 18 neuen Brausearmaturen, in denen sich trotz aufwändiger chemischer Desinfektion hartnäckig Keime gehalten hatten, sind abmontiert und werden durch ein anderes Fabrikat erneuert.

In die Duschen des Neubaus waren eigens moderne Selbstschlussarmaturen eingebaut worden, die leicht bedienbar sind und Wasser sparen. Nachdem die Keimbelastung festgestellt worden war, hatten Mitarbeiter des städtischen Service Immobilien und des Umweltamtes gemeinsam mit dem Rheinisch-Westfälischen Fachinstitut IWW aus Gelsenkirchen in mühseliger Kleinarbeit alle möglichen Keimquellen ausgeschlossen. Unter anderem musste eine bis dato unbekannte Stichleitung zu einem nahen Hydranten gekappt werden. Zudem stand zu befürchten, dass das beauftragte Installationsunternehmen beim Einbau der Leitungen nicht die nötige Hygienesorgfalt hatte walten lassen. Der Nachweis erwies sich im Nachhinein aber als unmöglich.

Dazwischen lagen immer wieder akribische Wassertests und Leitungsspülungen bis sich die Duscharmaturen als letzte “Keimzuflucht” herausstellten. In deren Innenraum gibt es offenbar zu viele Winkel und Hohlräume, die von Desinfektionsmitteln nicht erreicht werden.

“Es ist heute möglich, Wasserbestandteile in Minimalkonzentrationen nachzuweisen, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar waren”, erklärt Dana Frey, Umweltfachfrau der Stadtverwaltung. “Die Vorgaben der Wasserverordnung wurden natürlich inzwischen an diese Standards angepasst.” Gerade für öffentliche Gebäude seien die Auflagen deshalb weitaus strenger als für jeden Privathaushalt. Die Nachweise der regelmäßigen Wasseruntersuchungen müssen die Kommunen dem Gesundheitsamt vorlegen.

Die fachliche Auseinandersetzung mit dem Armaturenhersteller verlief bislang ergebnislos. Auf den Kosten für den Austausch und für die umfangreichen Wasseruntersuchungen (zusammen rund 10.000 Euro) wird die Stadt wohl sitzen bleiben. “Ich bin allerdings sicher, dass vor dem Hintergrund der neuen Trinkwasserverordnung über kurz oder lang auch andere Kommunen ähnliche Probleme bekommen werden”, meint Dana Frey. Durch den Erfahrungsaustausch der Städte untereinander werde der Druck auf den Hersteller unweigerlich steigen.