Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 11/28/2003

Kooperation zwischen Bayer AG, Schulbehörde und den Grundschulen
 
 
 
An der Kemperallee stimmt die Chemie:
Zwischen Salzkristallen und Chlorophyll

Warum löst sich Salz in warmem Wasser schneller auf als in kaltem? Kann Alkohol oder Wasser den Blattfarbstoff aus einem Grashalm ziehen? Fragen wie diese erörtern jetzt Schülerinnen und Schüler der Städtischen Pastor-Jacobs-Schule im Unterricht.

Grundlage des Projektes ist ein Kooperationsvertrag zwischen der Bayer AG, den Schulämtern Neuss und Mönchengladbach sowie 13 ausgewählten Schulen. Die Grundschule an der Kemperallee in Lank hat sich erfolgreich mit eigenem Konzept beworben und ist als “Projektschule für die Stärkung des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Unterrichts im Aufgabenfeld Chemie und Physik” ausgewählt worden. Gleiches hat die Theodor-Fliedner-Schule in Lank geschafft.

Im ersten und im vierten Schuljahr werden gerade verschiedene Unterrichtsreihen erprobt. In knöchellangen weißen Kitteln starten die Jungs und Mädchen die ersten eigenen Versuche. In den ersten Sachkundestunden haben die Kinder gelernt, mittels Hitze Stoffe voneinander zu trennen – zum Beispiel Salz oder Zucker aus Wasser. Grundausstattung ist ein “Versuchspaket” der Bayer AG mit Töpfen, Tiegeln, Thermometer, Heizplatte und vielen Utensilien mehr. “Sinn der Sache ist es, mit einfachsten Mitteln das Optimale zu erreichen”, so Lehrerin Helga Cloeren, die das Projekt an der Pastor-Jacobs-Schule koordiniert. “Außerdem können die Kinder die Versuche so auch zu Hause problemlos ausprobieren.” Die kleinen “Chemiker” jedenfalls seien mit Begeisterung und Faszination bei der Sache.

“Na, was habt ihr beobachtet”, fragt Helga Cloeren in die Klasse. Die Jungs und Mädchen starren derweil gebannt auf ein Kreidestück, das in einer sogenannten “Petri-Schale” mit klein geschnittenen Grashalmen und Alkohol steht. Heute geht’s darum, grünen Blattfarbstoff aus den Halmen heraus zu ziehen - zu “extrahieren” wie der Chemiker sagt. “Tatsächlich”, ruft Marcel, als sich das Kreidestück langsam grün färbt. “Es funktioniert.”

Hinter den praxisnahen Unterrichtsreihen steckt freilich weit mehr als bloßer Spaß am Experimentieren. Schon im Februar 2002 begann die Fortbildung der beteiligten Lehrerinnen und Lehrer, anschließend wurden die Schulen aufgerufen, sich für die Teilnahme zu bewerben. Ziel der Offensive ist es, den Unterricht im naturwissenschaftlichen Bereich qualifiziert weiterzuentwickeln. Über die Experimente erlernen die Kinder vorwissenschaftliches Arbeiten, sie erlernen, ihre Versuche zu dokumentieren, sie nehmen neue Begriffe in den Sprachschatz auf und – auch das ist wichtig – sie trainieren das Arbeiten im Team. Das Projekt läuft noch bis 2005 und sollte sich dann auch durch stärker naturwissenschaftlich orientierten Unterricht an den weiterführenden Schulen fortsetzen.

Unterstützung können die Klassen dabei übrigens gut gebrauchen. Es werden dringend noch ausrangierte weiße Kittel gesucht. Ein Anruf im Schulsekretariat (Telefon: 02150 / 608 711) genügt.