Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 01/07/2005

Stadt möchte in den Katastrophengebieten nachhaltig helfen
 
 
 
Erste Pläne im Rathaus: Persönliche Kontakte
vor Ort sollen Ansatzpunke liefern

Im Rathaus werden derzeit Pläne geschmiedet, wie die Stadt Meerbusch Not leidenden Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten Südasiens helfen könnte. “Es freut mich sehr, dass auch in Meerbusch die Spendenbereitschaft sehr groß ist”, so Bürgermeister Dieter Spindler. “Kirchen, Verbände und Organisationen sammeln sehr erfolgreich, auch private Initiative für direkte materielle Hilfe gibt es bei uns schon.”

Darüber hinaus hält Spindler es für gut und sinnvoll, wenn sich auch die Stadt konkret engagiert. “Wir wollen eine nachhaltige Form der Unterstützung zu finden, die auch dann noch greift, wenn das allgemeine Spendenaufkommen nachlässt.” Ratsam sei es, ganz gezielt im überschaubaren Rahmen eines Dorfes oder auch von Familien zu helfen. Im Hinterkopf hat Spindler dabei auch die Anregung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, deutsche Kommunen könnten “Patenschaften” für vergleichbare Städte und Gemeinden im Katastrophengebiet übernehmen.

“Dabei sind konkrete Kontakte, persönliche Verbindungen und Ortskenntnisse aus erster Hand sehr hilfreich”, so der Bürgermeister. Erste Gespräche dazu wurden im Rathaus bereits geführt. Wenige Tage nach ihrer glücklichen Rückkehr aus dem sri lankischen Colombo war die Büdericherin Ina von der Does bei Spindler zu Gast, um Möglichkeiten gemeinsamer Hilfe im Gebiet des Bentota-Flusses an der Westküste Sri Lankas zu besprechen. Auch mit Dhanapala Nanayakkara, Betreiber des Restaurants “Colombo” in Osterath, der nach einer spontanen Sammelaktion am Wochenende bereits 140 Kisten Hilfsgüter für sein Heimatland auf die Reise geschickt hat, wurde gesprochen. Er sieht einen Ansatzpunkte für Hilfe im Wiederaufbau der zerstörten Schulen. Die Stadt hat Nanayakkara bereits zugesagt, bei der Organisation einer Benefizveranstaltung – möglicherweise im Forum Wasserturm - zu helfen.

Kontakt hat das Rathaus-Team auch zu Heike Göllner vom in Osterath ansässigen Reiseveranstalter AllAsia geknüpft. Über ihre persönlichen Beziehungen vor Ort wird sie parallel nach möglichen Zielpunkten für eine konkrete Unterstützung durch die Stadt forschen. Gedacht ist dabei unter anderem an Menschen im nahezu völlig zerstörten thailändischen Distrikt Khao Lak 80 Kilometer nördlich von Pukhet. “Die großen Hotelketten haben selbst genügend Mittel, ihre Anlagen wieder aufzubauen. Viel größer ist die Not in den einheimischen Familien”, so Göllner, die den südasiatischen Raum aus zahlreichen Aufenthalten bestens kennt.

Wie die mittelfristige Meerbuscher Hilfe aussehen könnte und wo sie letztlich greifen soll, ist derzeit noch offen und muss auch in der Politik diskutiert und beschlossen werden. Fest steht jedoch, dass über eine nachhaltige Unterstützung nachgedacht werden soll, die über eine einmalige Geld- oder Sachspende hinausgeht und die Selbsthilfe der Betroffenen fördert. “Wir können unter dem Dach der Stadt viele lokale Kräfte bündeln. Das sollten wir nutzen”, so Dieter Spindler.