Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 03/01/2005

Blasorchester der Musikschule trainierte fürs Frühjahrskonzert
 
 
 
Bizets “Carmen”, Stierkampfeinlagen
und ein Eimer kaltes Wasser zum Wecken

“Wir haben Stücke dabei, da bekommt manches Sinfonieorchester kalte Füße”, sagt Peter Koch und ist sichtlich stolz. Das Programm, das der Leiter des Sinfonischen Blasorchesters der Städtischen Musikschule für das diesjährige Frühjahrskonzert am 12. und 13. März zusammengestellt hat, hat es in der Tat in sich: Die “Carmen Suite”, ein Auszug aus George Bizets weltberühmter Oper in neun Sätzen, oder Modest Mussorgskys “Bilder einer Ausstellung” mit sagenhaften 979 Takten fordern die jungen Musikern voll und ganz. Die “Suite Espagnole” des Franzosen Edouard Lalo, die “Second Suite” von Gustav Holst und Pavel Stanéks “Fairy Tale Suite” runden die “Kür” im Forum Wasserturm ab. Der Titel des Konzerts “Einmal sinfonisch”.

Mit guten Leuten kann man Großes schaffen. “Ich habe das Orchester dieses Jahr in einer Optimalbesetzung zusammen",”schwärmt Koch. Etliche angehende Abiturienten, Studenten und Zivildienstleistende, die das Orchester ansonsten oft aus Zeitgründen verlassen müssten, seien diesmal bei der Stange geblieben. “Das ist ein absoluter Glücksfall, so haben wir eine erfahrene Mannschaft.”

Erfahrung schützt vor Üben nicht. Traditionsgemäß trommelte Koch das Orchester zwei Wochen vor dem Frühjahrskonzert zum “Arbeitswochenende” zusammen. 14 Stunden wurde zwischen Freitag Abend und Sonntag Mittag intensiv geprobt – diesmal in der Jugendherberge Hinsbeck. Die Arbeitswochenenden erfüllen für die jungen Musiker doppelten Zweck: “Einerseits verbessern wir uns musikalisch enorm, andererseits wird die Truppe durch das Gemeinschaftserlebnis zusammengeschweißt”, sagt Peter Koch.

Harte Arbeit und Spaß halten sich dabei durchaus die Waage. Als das Orchester nach der üblichen Zehn-Minuten-Pause die ersten Takte vom “Lied des Torreros” aus Bizets Carmen intoniert hatte, brach lautes Gelächter aus. Draußen vor dem Fenster übten sich zwei Verspätete passend zur Musik im Stierkampf. Auch die Nächte wurden für manche kurz. “Da musste ich den Basstubisten am nächsten Morgen eben kurzerhand mit einem Eimer Wasser wecken”, grinst Koch. Das wirkte. Die neue Musikschulleiterin Sabine Hermann, die das Frühjahrskonzert moderieren wird, muss sich keine Sorgen machen. “Alle Stücke sitzen jetzt bestens.”

Das Frühjahrskonzert – Karten gibt es noch in der Musikschule am Kaustinenweg – wird für das Orchester der erste von zwei Jahreshöhepunkten sein. Am zweiten Juli-Wochenende reist die Truppe einmal mehr nach Zürich zur Weltmeisterschaft der Blasorchester. Die Herausforderung steht: Es gilt den Vizeweltmeistertitel vom Vorjahr zu verteidigen.