Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/04/2004

Wespen: Fachleute der Stadt raten zu besonnenem Verhalten
 
 
 
Nicht schlagen und nicht gleich nach der Feuerwehr rufen

Täglich hört und liest man in diesen Tagen von besonders vielen und besonders aggressiven Wespen, die jetzt die Nähe der Menschen suchen und sich über Süßigkeiten und Grillgut hermachen. Häufig stört oder ängstigt auch die Flugtätigkeit in der Nähe von Nestern. Ebenso zahlreich wie die Insekten selbst sind die Tipps, wie man sie am effektivsten bekämpfen kann.

“Ein völlig falscher Ansatz”, meint Detlev Horn, Mitarbeiter für Umweltschutz in der Stadtverwaltung. “Wespen sind friedlich, so lange man nicht nach ihnen schlägt oder dem Nest zu nahe kommt. Deshalb sollte man sie nach Möglichkeit tolerieren.” Denn Wespen seien ein wichtiges Glied im Naturhaushalt. Selbst die im Spätsommer so lästigen Arten seien durch das Landschaftsgesetz geschützt: Danach ist es grundsätzlich verboten, wild lebende Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Einige Wespenarten, zum Beispiel die ebenfalls zu Unrecht gefürchtete Hornisse, stehen wie Bienen und Hummeln sogar unter dem besonderen Schutz der Bundesarten-schutzverordnung und dürfen nicht bekämpft werden.

Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen erleichtern die Tolerierung von Wespen. Beispiele: Süße Getränke sollte man im Freien abdecken. Vor dem Biss in den Pflaumenkuchen ist ein Blick darauf empfehlenswert, um nicht versehentlich ein ungebetenes Insekt in den Mund zu bekommen. “Das kann nämlich lebensgefährlich sein”, warnt Horn. Seine Tipps: Niemals die Flugbahn der Insekten verstellen und nicht nach ihnen greifen. Kinder für den richtigen Umgang mit Wespen sensibilieren.

Und: Wespenstaaten sind einjährig. Im Herbst stirbt das gesamte Volk ab, lediglich die Königin überwintert und sucht im nächsten Frühjahr einen neuen Nistplatz. “Für das Nest wird so gut wie nie zweimal der gleiche Standort gewählt. In den meisten Fällen ist also die Bekämpfung eines Wespenvolkes vollkommen unnötig.”

Vorsicht ist nach Angaben der städtischen Umweltfachleute allerdings geboten, wenn man gegen Wespengift allergisch ist oder wenn spielende Kinder nicht vom Nest ferngehalten werden können. In einem solchen Fall könne es auch einmal unumgänglich sein, das Wespenvolk zu bekämpfen. In diesem Fall muss jedoch die Biologische Station in Dormagen eingeschaltet werden, die im Auftrag des Rhein-Kreises Neuss (Untere Landschaftsbehörde) die Notwendigkeit prüft und gegebenenfalls das Okay gibt. Erst dann darf eine Schädlingsbekämpfungsfirma tätig werden.

Wer ernste Probleme mit einem Wespennest hat, kann sich zunächst auch beim Umwelttelefon der Stadt Meerbusch. Die Durchwahl: 916-191.