Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 07/09/2008

Meerbusch erhält bis 2014 rund 45 Kilometer neue Trinkwasserrohre
 
 
 
Für frisches kühles Nass: Polyethylen ersetzt Mineralfaser-Zement

Die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch (wbm) wechseln in den nächsten sieben Jahren 45 Kiloemeter Trinkwasserrohre im Versorgungsgebiet Lank-Latum aus. Pro Jahr wären das sechs bis sieben Kilometer Rohr. Die jährlichen Investitionskosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro.

Die Rohre aus Mineralfaser-Zement-Material werden durch Rohre aus Polyethylen (PE 100) ersetzt. Die Bauarbeiten haben bereits vor einigen Monaten begonnen. Die ersten 4 km wurden bereits saniert. „Bis Ende des Jahres wollen wir mindestens 7 Kiloemeter Rohre ausgetauscht haben“, erklärt Manfred Weigand, Geschäftsführer der wbm.

Für die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen (Kostenbedarf ca. 300 000 Euro pro Kilomezer Netzerneuerung) musste nach zwei bzw. vier Jahren Konstanz der Wasserpreis im Versorgungsgebiet der wbm zum 1. Juli 2008 von 1,445 Euro um 5,5 Cent auf 1,50 Euro pro Kubikzentimeter erhöht werden. Zur weiteren Refinanzierung des Mammutprojektes, so warnt der Versorger schon jetzt, können weitere Wasserpreiserhöhungen nötig werden.

Im Trinkwassernetz im Versorgungsgebiet Lank-Latum liegen noch 68 Kilometer Faserzementrohr, die 1963 eingebaut wurden. Die Rohre sind überaltert, so dass jetzt dringend Sanierungsbedarf besteht. Die Maßnahmen der nächsten Jahre beziehen sich zunächst nur auf die 45 km, die am dringendsten ausgetauscht werden müssen. Dazu Manfred Weigand: „Das sind die Rohre bis zu einem Rohrdurchmesser 125 Millimieter. Sie neigen nach einer Liegezeit von 40 Jahren tendenziell zu Rohrbrüchen.“ Rohre mit einem Durchmesser von nur 80 mm waren bereits in den 90er Jahren aus dem Wassernetz Lank-Latum entfernt worden. In einer dritten Bauphase werden die restlichen Rohre mit Rohrdurchmessern von 150 mm bis 250 mm ausgetauscht: Diese haben entsprechend größere Wandstärken und sind daher nicht so bruchgefährdet. „Das eilt noch nicht so sehr“, erklärt Weigand.

Der hohe Anteil an Faserzementrohren im Wasserversorgungsgebiet Lank resultiert aus der Tatsache, dass das gesamte Netz in den 60er Jahren mit Fördermitteln des Landes erstmalig erstellt wurde. Aus Kostengründen wurden damals nur Faserzementrohre bezuschusst. In den anderen Ortsteilen wurden dagegen in dem Zeitraum von 1960 bis 1975 jeweils nur Teilstücke in Faserzementrohren erstellt.

Diese Investitionen i m Wassernetz werden von der wbm erst jetzt aufgegriffen, da bisher schwerpunktartig in das Gasnetz investiert wurde. Weigand: „Wir haben in den letzten zwölf Jahren ca. 65 Kilometer Gasleitungen neu gebaut. Das Gasnetz wurde von 130 bis 195 km erweitert. Jetzt werden wir wie geplant überwiegend in die Wassernetze investieren.“