Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/11/2006

Einbürgerungsfeier der Stadt Meerbusch in der Teloy-Mühle
 
 
 
Klares Bekenntnis zu Deutschland:
Bürgermeister hieß frisch gebackene Staatsbürger willkommen

“Ich lade Sie herzlich ein, Meerbuscherinnen und Meerbuscher zu werden. Fühlen Sie sich bei uns zu Hause.” Mit freundlichen Worten hieß Bürgermeister Dieter Spindler am Montag Abend in der Teloy-Mühle rund 20 Männer, Frauen und Kinder, die in Meerbusch leben und in den zurückliegenden zwölf Monaten die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen haben, mit Angehörigen willkommen. Anlass des bunten Treffens war die zweite Einbürgerungsfeier der Stadt Meerbusch. Insgesamt hatten seit Mai vergangenen Jahres 65 in Meerbusch lebende Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Eine Voraussetzung unter anderen ist es, acht Jahre in Deutschland zu leben oder mindestens drei Jahre in Deutschland mit einem deutschen Ehepartner verheiratet zu sein.

“Ihre Einbürgerung ist zwar zunächst ein rein behördlicher Akt, sie findet aber nicht nur auf dem Papier statt”, erklärte Spindler. “Sie ist auch eine persönliche Entscheidung und ein Bekenntnis zum Staat.” Mit der rechtlichen Sicherheit, die das Grundgesetz garantiere, trete nicht automatisch auch das “Zuhausefühlen” ein. “Zu Hause fühlen ist mehr”, so der Bürgermeister. “Es erfordert Bereitschaft, Offenheit und Herzlichkeit von beiden Seiten, vom aufnehmenden Land und von jedem, der sich aufgenommen fühlen will.” Spindler ermunterte seine Gäste, Deutschland und Meerbusch gegenüber offen und neugierig zu sein.

Der Bürgermeister begrüßte auch den jüngst von der Innenministerkonferenz der Länder erarbeiteten Kompromiss für bundesweit einheitliche, anspruchsvollere Einbürgerungsstandards. Wer mit allen Rechten und Pflichten Bürger eine Staates werden wolle, müsse die Landessprache sprechen, die Grundzüge der Geschichte kennen und sich auch klar zu Gesellschaftssystem und Rechtsordnung seines Wahlheimatlandes bekennen.

China, Ghana, Frankreich, Ukraine, Israel, Äthiopien, Polen, Russland, Türkei, Belgien, Serbien-Montenegro, Kroatien, Sri Lanka, Syrien, Iran, Thailand, Portugal oder auch Kolumbien, – die Herkunftsländer der frisch gebackenen deutschen Staatsbürger sind ebenso vielfältig wie die persönlichen Schicksale und Geschichten, die die Menschen nach Deutschland und Meerbusch geführt haben: Flucht vor dem Krieg in der Heimat, der berufliche Wechsel nach Deutschland oder einfach nur ein deutscher Ehepartner ließ irgendwann den Wunsch reifen, nach Jahren in den Fremde auch die Staatsbürgerschaft des neuen Lebensmittelpunktes anzunehmen. Dies wiederum braucht oft Zeit – wie zum Beispiel bei dem in Rumänien geborenen Israeli Levy Finchel. Er erfüllte sich mit 70 Jahren noch den lange gehegten Wunsch, Deutscher zu werden.

Der Tag der nächsten Einbürgerungsfeier steht bereits fest: Termin soll wieder der Europa-Tag, der 9. Mai 2007, sein.