Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 12/22/2006

Neue Regelung eröffnet Hausbesitzern neue Möglichkeiten
 
 
 
Nachträgliche Aufwendungen für Schallschutz:
Kostenerstattung ist möglich

Von Belästigungen durch Fluglärm können die Meerbuscher ein Lied singen. Besonders stark ist seit jeher der Stadtteil Büderich betroffen: Bei Westwindwetterlagen führen die Starts von zwei Abflugstrecken, bei Ostwind 100 Prozent der Landungen über Büderich hinweg. „Anzahl und Höhe der Einzelschallereignisse sind hier höher als anderswo, ebenso der sogenannte äquivalente Dauerschallpegel, ein Mittelwert über die sechs verkehrsreichsten Monate“, erklärt Detlev Horn, Fachmann für Fluglärm in der Stadtverwaltung.

Seit dem Jahr 1974, als die Schutzzonen für den Flughafen Düsseldorf festgelegt wurden, müssen deshalb für Neubauten besondere Schallschutzbestimmungen eingehalten werden. Doch auch Eigentümer älterer Wohngebäude brauchen auf passiven Schutz nicht zu verzichten: Die neue Betriebsregelung verpflichtet nämlich den Flughafen Düsseldorf, nachträgliche Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen zu erstatten. Das gab der Produktbereich Umwelt jetzt bekannt.

Wer eine Kostenerstattung beantragt, muss folgende Bedingungen erfüllen:
  • Das Wohngebäude muss vor dem 4. März 1974 errichtet oder genehmigt worden sein, und es muss sich im sogenannten Tagschutzgebiet befinden, das von einer Grenzlinie von 60 dB(A) umschlossen wird.
  • Die Maßnahmen müssen sicherstellen, dass ein Maximalpegel von 55 dB(A) in Aufenthaltsräumen bei geschlossenen Fenstern regelmäßig nicht überschritten wird.
  • Wurden bereits früher Erstattungen gewährt, die nicht den tatsächlichen Aufwendungen entsprachen, wird die Differenz nachgezahlt.
  • Außerhalb des Tagschutzgebietes kann durch Einzelfallprüfung das Erfordernis von Schallschutzmaßnahmen nachgewiesen werden. Falls der Nachweis nicht gelingt, trägt jedoch alle Kosten der Eigentümer.

Was viele noch nicht wissen: Auch für Wohngebäude neueren Datums gibt es Erstattungen - und zwar dann, wenn sie in einem der neuen Nachtschutzgebiete liegen und vor dem 9. November 2005 errichtet oder genehmigt wurden. In Frage kommen dann Schallschutzmaßnahmen an Schlafräumen oder der Einbau von schalldämmenden Lüftungsgeräten. „Auch wenn der Umfang der Maßnahmen bei diesen neueren Häusern nicht so umfassend ist wie bei Altbauten, sollte man nicht darauf verzichten und die entsprechenden Anträge stellen“, empfiehlt Detlev Horn.

Ob man mit seinem Wohngebäude zum Kreis derer gehört, die einen Erstattungsanspruch gegen den Flughafen haben, kann man im Zweifel durch einen kurzen Anruf beim Umwelttelefon der Stadtverwaltung (916-191) klären. Ausführlichere Auskünfte und Anträge gibt es beim Airport-Bürgerbüro unter der Telefonnummer
02 11 / 4 21-2 33 66.