Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 10/23/2003

Bürgermeister reagiert auf "Rote Karten" der Fluglärmgegner
 
 
 
Alle Kartenschreiber bekommen Antwort:
Stadtteile dürfen sich nicht ausspielen lassen

"Meerbusch muss im Kampf gegen Fluglärm mit einer Stimme sprechen"

Von wegen Papierkorb – die Befürchtungen einiger Osterather Fluglärmgegner, Bürgermeister Spindler würde die ihm zugesandten “Roten Karten” achtlos entsorgen, bewahrheiten sich nicht, im Gegenteil. In diesen Tagen steht im Rathaus der Drucker nicht still. Rund 180, zum Teil individuell verschiedene Antwortschreiben des Verwaltungschefs gehen auf die Reise Richtung Osterath. “Ich möchte so vielen Menschen wie möglich das taktische Vorgehen der Stadt in Sachen Fluglärm plausibel machen und die Beweggründe erklären”, so Dieter Spindler. Deshalb sei jeder einzelne Antwortbrief wichtig. Hintergrund: Beim jüngsten Informationsabend des Osterather Bürgervereins gegen Fluglärm war Spindler ausdrücklich “nicht erwünscht” gewesen.

Besonders am Herzen liegt dem Bürgermeister, dass endlich klar wird, warum der Stadtrat ihn aufgefordert habe, sich in der Fluglärmkomission der Stimme zu enthalten, als es um die neue Route Modru 4T ging. “Der Rat hat nur deshalb von einer ausdrücklichen Ablehnung der Route abgesehen, weil dies gleichzeitig eine Zustimmung zur Route Modru Nord bedeutet hätte”, so Spindler. “Außerdem dürfen wir es nicht zulassen, dass durch Routenbeschlüsse die Meerbuscher Stadtteile gegeneinander ausgespielt werden.” Nur wenn Meerbusch mit einer Stimme geschlossen gegen die Lärmbelastungen aufbegehre, gebe es eine Chance auf Erfolg.

Nach der Einführung der Route Modru über die nördlichen Stadtteile hatten Lank-Latumer, Ilvericher und Langst-Kierster Bürger von den Ratspolitikern verlangt, sich für eine Rückverlegung der Route auf Büderich auszusprechen. Auch damals hatte der Rat den Bürgermeister beauftragt, sich der Stimme enthalten. Meerbuschs Problem sei es, dass die Interessen der Stadtteile gegenläufig sind, betont Spindler. “Wir müssen aber vermeiden, dass nach außen hin eine Route für uns hinnehmbar und damit belastbar erscheint. Auf dieser würde dann unweigerlich noch mehr Flugverkehr abgewickelt werden”, heißt es im Antwortbrief.

Die einige Male geäußerte Kritik, Meerbusch setze den Expansionsbewegungen des Flughafens insgesamt zu wenig Druck entgegen, weist Spindler von sich. “Der Rat und auch ich kämpfen seit Jahren gegen die Zunahme des Flugverkehrs. Aus Meerbusch gab es immer eindeutige Signale, auch in Form von Resolutionen und Klagen.” Mit ihrer schon im September 2001 gefassten Resolution liegt die Stadt übrigens Punkt für Punkt in Einklang mit dem jüngsten Offenen Brief der Aktionsgemeinschaft NRW gegen Fluglärm.

So wirbt der Bürgermeister jetzt vor allem um Einigkeit und Solidarität mit der Gesamtstadt: “Auch wenn Sie mit der Entscheidung zur Stimmenthaltung nicht einverstanden sind, bitte ich Sie dennoch darum, unsere gemeinsamen Anstrengungen gegen den weiteren Ausbau des Flughafens und für die Begrenzung der Flugbewegungen zu unterstützen”, heißt es im Schlusssatz des Briefes.