Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/23/2004

Container für Altglas und Altpapier werden jetzt gezielt überwacht
 
 
 
Gewerbeabfall “ex und hopp” entsorgen?
Umweltsündern geht’s an den Kragen

Umweltsündern, die in Meerbusch Altglas- und Altpapiercontainer falsch oder unzulässig nutzen, geht’s jetzt an den Kragen. Die Behälter werden ab sofort gezielt durch städtische Mitarbeiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung überwacht. Dies gilt besonders für die als “sensibel” eingestuften Standorte, die von uneinsichtigen Zeitgenossen nur zu gern als Müllkippe missbraucht werden. “Wir können nicht überall sein, wir werden aber gezielt vorgehen”, so Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung in der Stadtverwaltung. Auf frischer Tat ertappte Übeltäter würden sofort zur Kasse gebeten. Schriftverkehr mit höflicher Ermahnung, aber ohne gravierende Folgen gebe es ab sofort nicht mehr.

Die Strafen, die der “Bußgeldkatalog Umwelt” des Landes Nordrhein-Westfalen vorsieht, sind “nicht ohne”: Wer im Straßenraum oder in der freien Natur verbotswidrig Hausmüll hinterlässt, zahlt bis zu 510 Euro. Bei illegaler Sperrmüllablagerung können bis zu 1.530 Euro Strafe fällig werden. Bis 5.100 Euro blättert auf den Tisch, wer bei der “Ex-und-Hopp”-Entsorgung von Altöl überführt wird.

“Es kann nicht angehen, dass die Allgemeinheit weiter die Zeche zahlt, nur weil Einzelne die Regeln nicht beachten wollen”, sagt Bechert. In der Tat verschlingt das regelmäßige Sauberhalten aller 93 Meerbuscher Containerstandorte und die Entsorgung des zusätzlichen Abfalls mittlerweile rund 21.000 Euro im Jahr – zu Lasten des Steuerzahlers. Nicht selten muss die Besatzung des beliebten “Siggi-Sauber-Mobils” Farbeimer, Autobatterien oder Sperrgut von den Containern abtransportieren. Und dies trotz freundlicher Hinweisschilder und umfangreicher Aufklärungsarbeit durch die Stadt. Vor allem aber machen Gewerbeabfälle den Entsorgern zu schaffen. “Meist sind es die großen Kartonagen aus Geschäften und Kleinbetrieben, die den ganzen Container blockieren oder einfach daneben abgestellt werden”, weiß Dana Frey, Fachfrau für Umweltfragen im Rathaus. “Wer einfach nur ein paar alte Zeitungen einwerfen möchte und einen so vollgepfropften Container vorfindet, ist hier mit recht sauer.” Zur Information: Der Gesetzgeber verpflichtet Gewerbebetriebe und Einzelhandelsgeschäfte, ihre verwertbaren Abfälle auf eigene Kosten abholen zu lassen. Dies gilt auch für Pappe, Papier oder Glas.

Die zusätzlichen Entsorgungskosten sollen sich nicht auf die Abfallgebühren niederschlagen – das ist zumindest erklärter Wille der Stadt. “Deshalb muss man gegen Unbelehrbare konsequent vorgehen. Das sind wir auch den übrigen Bürgern schuldig, die sich korrekt verhalten”, erklärt Heiko Bechert. Übrigens: Auch Passanten, die “schwarze Schafe” beim illegalen Müllentsorgen beobachten, sollten durchaus einmal selbst aktiv werden und die Menschen auf ihr Fehlverhalten hinweisen.