Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/18/2003

Erziehungsberatung der Stadt feiert Geburtstag mit aktuellem Thema
 
 
 
“Computer machen Kinder froh, und die Eltern ... ?”
oder die neue Innenwelt der "Digital-Kids"

Der renommierte Kinder- und Jugendtherapeut Wolfgang Bergmann vertritt Aufsehen erregende Thesen, wenn es um die Erziehung von Kindern geht. Intensiv beschäftigt hat sich der dreifache Vater unter anderem mit dem Thema “Kinder und Medienkonsum”. Sein Buch “DigitalKids – Kindheit in der Medienmaschine” gilt als völlig neue “Innenansicht” der Erlebniswelt moderner Kinder.

“Computer machen Kinder froh, und die Eltern ....?” heißt der Titel eines Vortrags, den Wolfgang Bergmann am Donnerstag, 18. September, 20 Uhr, in der Aula der Realschule Osterath an der Görresstraße 6 hält. Anlass des Abends: Die Städtische Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Osterath wird 30 Jahre alt. Der Vortrag ist öffentlich, der Eintritt kostenlos.

“Der Umgang mit dem PC hat die psychische Erlebensweise und die Wahrnehmung unserer Kinder verändert”, meint auch Romain Antony, Leiter der Beratungsstelle an der Hochstraße 3 in Osterath. “Die Aufmerksamkeit wird sprunghaft, das Kontinuierliche wird unwichtig.” Ganz bewusst hat Antony das Thema “Kinder und Computer” in den Mittelpunkt der Veranstaltung zum 30jährigen Bestehen seiner Beratungsstelle gerückt, um es den Eltern ans Herz zu legen. “Es gibt eine Menge Phänomene bei Jugendlichen, denen Erwachsene verständnislos gegenüber stehen und zu denen sie keinen Zugang mehr finden.” Daz gehörten Konzentrationsschwierigkeiten und Regelüberschreitungen ebenso wie Realitätsverlust. Die Kinder mit sochen Schwierigkeiten, so Antonys Erfahrung, würden immer jünger, die Problembereiche vielfältiger und schillernder.

Für Wolfgang Bergmann liegen die Zusamenhänge auf der Hand: Besonders einschlägige Computerspiele bergen nach seiner Einschätzung Gefahren. “Der Spieler kann etwas ins Leben rufen, in einer geschlossenen Symbolwelt im Cyberspace oder auf dem Monitor, und er kann nach Belieben alles vernichten.” Der Mausklick als Machtinstrument. Das Kind strebe dabei einer Perfektion nach, die durch die zweifelhaften Heroen des Fernsehens und der Computerspiele gleichermaßen geformt sei. “Es orientiert sich an Idealen, die nicht erreichbar sind. Das ist das Drama des modernen Kindes”, so Bergmann.

Hier seien in erster Linie die Eltern aufgefordert, ihre Chance zu nutzen und wirkungsvoll Einfluss zu nehmen. “Wenn sie starke Eltern sind!” Auf die Vertiefung der Gedanken am 18. September darf man gespannt sein.