Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/19/2006

Bundesrechnungshof moniert Umbaupläne von Straßen NRW
 
 
 
Chance zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt
dahin: Statt “Kür” jetzt nur noch “Pflicht”

Der Bundesrechnungshof ist nach vorläufiger Einschätzung der Ansicht, dass der Ausbau der Bundesstraße 9 in Büderich in der vom Landesbetrieb Straßenbau geplanten Form nicht vom Bund zu zahlen ist. Nach Ansicht der Prüfer reicht es aus, wenn die Fahrbahn lediglich in zwei Teilbereichen komplett erneuert wird. Für die anderen Abschnitte wäre maximal eine neue Verschleißdecke vertretbar. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Mitarbeitern der Bundesbehörde und Vertretern des Landesbetriebs Straßenbau in der Niederlassung Mönchengladbach. Eine abschließende schriftliche Stellungnahme des Bundesrechnungshofes wird voraussichtlich in etwa vier Wochen dem Bundesverkehrsminister vorliegen, der dann entscheiden muss. Dies teilte der Stellvertretetende Niederlassungsleiter des Landesbetriebs, Wilhelm Höfener, jetzt Meerbuschs Technischem Beigeordneten Michael Nowack mit.

Die vom Landesbetrieb geplante komplette Erneuerung der Bundesstraße zwischen Laacher Weg im Süden und Haus Meer im Norden, die im April bereits die Bürgerbeteiligung durchlaufen hatte, ist damit zumindest in Frage gestellt. Unter anderem war vorgesehen, den Fahrbahnquerschnitt zu reduzieren – auch mit dem Ziel, abschnittweise einen beidseitigen Radweg und weitere Querungshilfen für Fußgänger einzubauen. Ebenso hatten die Planer von Straßen NRW vorgesehen, die Bürgersteige, die Bushaltestellen und die Beleuchtung komplett zu erneuern und die Parkflächen entlang der B9 neu zu ordnen. Die Ziele: bessere Verkehrsführung und mehr Sicherheit auf der Straße. Für all‘ dies soll es nun kein Geld vom Bund mehr geben. Im Rahmen der Bürgeranhörung hatten Einwender die Höhe der vom Landesbetrieb veranschlagten Kosten kritisiert.

“Was wir jetzt bekommen, dürfte wirklich niemand gewollt haben – auch keiner der Einwender”, bedauert Michael Nowack. “Das ist Mindestmaß. Für die Menschen in Büderich bleibt keine spürbare Verbesserung mehr übrig.” Die Stadt hatte die Planung des Landesbetriebs Straßenbau vor allem auch als Chance für Büderich begriffen.

Wichtig: Im Zuge des kompletten Ausbaus sollte die ohnehin zur Sanierung anstehende Kanalisation an der B9 sinnigerweise gleich miterneuert werden. Ein entsprechender Vertrag war bereits in Vorbereitung. “Auf diese Weise hätten wir die Kosten deutlich reduzieren können”, so Nowack. Die Kanalsanierung muss die Stadt nun alleine leisten, die Kosten bleiben bei der Stadt und damit beim Meerbuscher Gebührenzahler hängen.