Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 12/13/2002

Stabsrahmenübung ”Rheinhochwasser 2002” brachte wertvolle Erkenntnisse
 
 
 
Für den ”Großschadensfall” gerüstet

Mit durchaus ermutigenden Erkenntnissen kehrten die Vertreter der Stadt Meerbusch am Wochenende von der Stabsrahmenübung ”Rheinhochwasser 2002” im Grevenbroicher Kreishaus zurück. Neben Verantwortlichen von Stadt und Kreis nahmen Experten von Polizei, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Deichverbänden und Staatlichem Umweltamt an der Trainingsrunde teil. Die fachliche Leitung hatten Mitarbeiter der Katastrophenschule Ahrweiler.

Die konstruierte Lage: Bei laufenden Deichsanierungsarbeiten in Büderich tritt nach starken Regenfällen am Oberrhein ein Hochwasser mit über 11 Metern Wasserstand am Düsseldorfer Pegel ein. Der Deich droht zu brechen oder überspült zu werden. Ein Ereignis dieser Größenordnung definieren die Fachleute als sogenannte ”Großschadenslage”. Die Gesamteinsatzleitung geht in solchen Fällen automatisch in die Hand des Landrates über, die Kommune hat nur noch begrenzte Entscheidungsbefugnis vor Ort und muss sämtliche Maßnahmen mit der sogenannten Leitungs- und Koordinierungsgruppe (LuK) abstimmen. Im Alarmfall tritt in Meerbusch der sogenannte ”Stab für außergewöhnliche Ereignisse” (SAE) zusammen, dem unter Führung des Bürgermeisters unter anderen die städtischen Fachleute für Sicherheit und Ordnung, der Pressesprecher sowie die je nach Schadenslage zuständigen Dezernenten und Fachbereichsvertreter angehören.

”Entscheidend ist, dass Zuständigkeiten vor vorn herein klar sind, dass Kapazitäten sinnvoll gebündelt werden und dass jeder weiß, was der andere tut”, so Heiko Bechert, Meerbuschs Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung. Pläne zur Gefahrenabwehr bei Hochwasser wurden in Meerbusch übrigens schon deutlich vor der Elbkatastrophe im August entworfen. So traf die Übungslage des Wochenendes den Stab der Stadt nicht unverhofft. Während auf Leitungsebene in erster Linie alle Maßnahmen zur Sicherung des Deiches koordiniert wurden, sorgte der SAE Meerbusch für die sachgerechte Information der Bevölkerung über Handzettel, Lautsprecherdurchsagen und Internet, übernahm die angeordnete Evakuierung des gefährdeten Bereiches zwischen K-Bahnline und Rhein, richtete Notquartiere ein und organisierte den Abtransport der hilfsbedürftigen Menschen mit Bussen. Dazu galt es, sogenannte ”Bereitstellungsräume” für Einsatzkräfte von Bundeswehr bis Malteser Hilfsdienst auszuwählen, in Zusammenarbeit mit der Polizei die wichtigsten Zu- und Abfahrtswege zu sichern.

”Natürlich läuft im Ernstfall vieles anders”, räumte Bürgermeister Dieter Spindler nach Übungsende ein. ”Aber es ist immens wichtig, dass die Zusammenarbeit aller Beteiligten geübt wird und dass Informationen sicher fließen. Insofern war ich mit unserem Auftritt sehr zufrieden.” Auch die Übungsleitung bescheinigte den Meerbuschern sehr gute Arbeit und hohe Flexibilität. Alle fingierten Maßnahmen zur Schadensabwehr und Sicherung der Bevölkerung seien zügig und reibungslos gelaufen. Weitere Übungen dieser Art sollen in unregelmäßigen