Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 01/29/2008

wbm und Stadtwerke Willich streben enge Kooperation an
 
 
 
Lokale Versorger wollen effektiver und
kundenfreundlicher arbeiten: Keine Jobs in Gefahr

Die Wirtschaftsbetriebe Meerbusch (wbm) und die Stadtwerke Willich streben eine enge Zusammenarbeit an. Hierzu sollen von den beiden Muttergesellschaften wbm und Stadtwerke Willich zwei gemeinsame Tochtergesellschaften gegründet werden. Vorgesehen sind eine Verteilnetzbetreibergesellschaft und eine Servicegesellschaft. Ziel der Kooperation ist es, die Effektivität beider Unternehmen zu erhöhen sowie Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten bzw. auszubauen. „Seit der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte haben sich die Rahmenbedingungen für lokale Energieversorgungsunternehmen verschärft", so wbm-Geschäftsführer Manfred Weigand. "Insgesamt hat sich die Öffentliche Meinung zu Themen wie Klimaschutz, Energieeffizienz, Energiekosten seit etwa zwei Jahren stark verändert. Dem wollen wir Rechnung tragen.“

Die "Marken" bleiben erhalten

Wichtig: Die kunden- und stadtnahen Marken wbm und Stadtwerke Willich bleiben erhalten, der Kundenservice wird sogar ausgebaut. Für die Mitarbeiter der beiden Versorgungsbetriebe ändert sich nicht viel: Einige werden formalrechtlich in den neuen Tochtergesellschaften arbeiten, bekommen also neue Arbeitsverträge zu bisherigen Konditionen. Eine Statusverschlechterung für Arbeitnehmer, so die wbm, bringe die Neuordnung nicht. Arbeitsplatzabbau werde es nicht geben und sei auch mittelfristig nicht zu befürchten. Das gesamte Projekt ist eng mit den Betriebsräten der beiden Muttergesellschaften abgestimmt worden. Die vorgesehenen Personaleinsparungen können in den nächsten zehn Jahren durch natürliche Fluktuation erreicht werden. Sonja Frielingsdorf, Vorsitzende des Betriebsrates der wbm: „Wir unterstützen die Kooperation, wir werden effektiver und wirtschaftlicher arbeiten und sichern langfristig unsere Arbeitsplätze.“

Blick in die Praxis

Wie sieht die Kooperation in der Praxis aus: Die so genannte "Verteilnetzbetreibergesellschaft" pachtet künftig die Netze von den Muttergesellschaften, verwaltet und betreibt sie. Die Durchführung dieser Arbeiten (mithin Planung, Bau und Betrieb der Netze, mit Erweiterung, Erneuerung und Unterhaltung) werden in der Servicegesellschaft abgewickelt. Die "Verteilnetzbetreibergesellschaft" beauftragt also die Servicegesellschaft mit diesen Leistungen. Außerdem lässt sie von der Servicegesellschaft die kaufmännische Abrechnung von Netzentgelten sowie die Buchführung und Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle erledigen.

Die Servicegesellschaft erbringt zudem alle Dienstleistungen für die Muttergesellschaften und den Verteilnetzbetreiber, die gemeinsam abgewickelt werden können. Dazu gehören die gesamte kaufmännische Buchführung und Bilanzierung, aber auch die Abrechnung der Kunden einschließlich Kundenservice sowie das Personalwesen, die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, der allgemeine Einkauf, Anlagen- und Materialwirtschaft und auch das Energiedatenmanagement.

Stadträte müssen noch zustimmen

Den Muttergesellschaften verbleibt der Vertrieb und das Marketing, wobei auch hier beide Unternehmen zukünftig kooperieren werden, um Kosten einzusparen. Die Gründung der beiden Gesellschaften muss noch von den Gesellschaftern der Stadtwerke Meerbusch und Willich beschlossen werden, das bedeutet, dass die Räte der beiden Städte diesen Gründungen zustimmen müssen.

Beim Netzbetrieb und den so genannten Querschnittsfunktionen werden durch größere Einheiten Synergien erzielt: Leistungen, die jetzt noch an zwei Stellen zweimal erbracht werden, werden künftig nur einmal geleistet. Ausgenommen hiervon sind die Vertriebe und die beiden Kundencenter in Osterath und Willich. Die beiden Vertriebe, die bei den Muttergesellschaften verbleiben, werden aber zukünftig stärker zusammenarbeiten. Dadurch wiederum erhoffen sich beide Versorgungsunternehmen Vorteile beim Einkauf und Vermarktung von Strom und Gas.

Am 17. und 22. Januar wurden entsprechende Beratungsvorlagen in den Hauptfinanzausschuss der Stadt Meerbusch bzw. der Stadt Willich eingebracht. Nach Beratungen in den Fraktionen sollen Empfehlungsbeschlüsse an den Rat Anfang April gefasst werden. Die Beschlussfassung in den Räten soll am 20. April gleichzeitig in Willich und in Meerbusch erfolgen.