Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 05/19/2004

Stadtverwaltung warnt vor leichtfertigem Einsatz von Chemikalien
 
 
 
Unkraut im Beet? Vor dem Griff in den
Giftschrank “Rezeptpflicht” beachten

Die Vorschriften für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im privaten wie öffentlichen Bereich sind in ganz Deutschland verschärft worden. Darauf haben jetzt die Umweltexperten der Stadtverwaltung aus gegebenem Anlass hingewiesen.

“Gerade jetzt im Mai, wo alles wächst und gedeiht, greifen auch Hobbygärtner gern einmal zu Chemikalien”, sagt Dana Frey, Mitarbeiterin im “Produktbereich Umwelt”. Der Griff in den Giftschrank aber müsse vor dem Hintergrund der jüngsten gesetzlichen Vorschriften wohlüberlegt sein. Hintergrund ist die 2003 in Kraft getretene Novelle der Pflanzenschutzanwendungsverordnung. Die Änderungen betreffen unter anderem Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen Diuron, Glyphosat, Glyphosat-Trinesium. Leider, so Frey, werde auch im Handel nicht immer mit der nötigen Klarheit auf die zu beachtenden Vorschriften hingewiesen.

Wie dem auch sei: Diuronhaltige Präparate sind für den privaten Haus- und Kleingartenbereich inzwischen gänzlich untersagt. Darüber hinaus wurde eine Art “Rezeptpflicht” für den privaten und gewerblichen Anwender eingeführt, wenn er bestimmte Präparate im sogenannten “Nichtkulturbereich” wie auf Parkplätzen oder Terrassen, vor Garagen oder auf anderen befestigten Wegen und Plätzen einsetzen will. Was viele nicht wissen: Wer hier die Giftspritze einsetzt, muss eine Ausnahmegenehmigung bei der Landwirtschaftskammer beantragen. “Ohne die Vorlage dieser Genehmigung ist dem Fachhandel die Abgabe des Präparates an den Kunden verboten”, sagt Dana Frey. “Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 50.000 Euro Bußgeld.” Diese strengen Regelungen seien notwendig, um Bäche, Flüsse und Grundwasser wirksam zu schützen.

Die Stadt Meerbusch verzichtet bei der Unkrautbekämpfung auf öffentlichen Flächen übrigens schon seit den achtziger Jahren freiwillig auf den Einsatz von sogenannten Totalherbiziden. Ungeliebtes Grün wird umweltfreundlich per Hand ausgezupft, weggeharkt oder mit Spezialbrennern entfernt. Flächen wie Friedhofswege und Sportanlagen, für die die Stadt Meerbusch eine Verkehrssicherungspflicht hat, müssen jedoch mit chemischen Mitteln von Unkraut befreit werden. Eine Ausnahmegenehmigung hierfür muss auch die Stadt regelmäßig beim zuständigen Pflanzenschutzamt beantragen.

Weitere Auskünfte und auch die Genehmigung zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die unter die neue Verordnung fallen, erteilt die zuständige Landwirtschaftskammer NRW in Bonn. Wer sich informieren möchte, kann unter der Telefonnummer 0228 / 434-0 anrufen oder über das Internet unter www.landwirtschaftskammer.de nachforschen. Informationen zum Themenbereich Gewässerschutz und Pflanzenschutzmittel sind im Internet unter www.wasser-und-pflanzenschutz.de veröffentlicht.