Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 01/28/2003

Meerbuscher Projekt zur Gewaltvorbeuge jetzt auch Vorbild für andere Städte
 
 
 
Hänseleien und Druck Fehlanzeige:
Begleiter sorgen für “Frieden” im Bus

Das Meerbuscher “Busbegleiter”-Projekt stößt auch in anderen Kommunen zunehmend auf Interesse. Die Gemeinschaftsaktion von Stadt, Polizei, Rheinbahn und Schulen, die der Gewaltbereitschaft an Schulen und Problemen im täglichen Schulbusverkehr entgegen wirken soll, läuft seit gut einem Jahr mit sichtbarem Erfolg. Auf Einladung der Stadtwerke Bonn hatten die Meerbuscher Verantwortlichen jetzt Gelegenheit, über ihre Erfahrungen zu berichten, Tips und Anregungen zu geben.

Inzwischen sind in Meerbusch 59 eigens ausgebildete Jugendliche morgens und mittags nach Schulschluss in den Linienbussen präsent – mit Erfolg. Carolynn Harris und Max Loh, beide Busbegleiter an der Maria-Montessori-Gesamtschule, hatten viel Positives zu erzählen: In den Bussen sei mehr Ruhe eingekehrt, die Autorität der Busbegleiter werde akzeptiert, Repressalien oder Hänseleien durch Mitschüler gebe es nicht. Auch Sachbeschädigungen seien zurückgegangen. Um bekannt zu werden, gehen die Jugendlichen gezielt auf die unteren Klassen zu und stellen sich schon den Jüngsten vor. Devise: “Den kenn‘ ich, auf den hör‘ ich”. Bedingung für die erfolgreiche Arbeit der Busbegleiter, so stellten die Meerbuscher klar, sei allerdings die uneingeschränkte Unterstützung durch die Schulleitung und das gesamte Lehrerkollegium.

Besonders der vorbildliche Aufbau der Meerbuscher Initiative mit einem vorgeschalteten “Gewaltpräventionstraining” überzeugte die Vertreter der übrigen Städte. Im Herbst 2001 hatten erstmals alle achten Klassen der weiterführenden Schulen mit externen Pädagogen und Psychologen das Training absolviert. In vier Schulstunden erlernten die Jugendlichen dabei, wie Gewalt entsteht, wie Konfliktsituationen eskalieren können und wie man Gewalt richtig begegnet und unterbindet. Wer sich im Training besonders hervortat, wurde für die Riege der Schulbusbegleiter ausgewählt und weiter ausgebildet. Das Projekt geht nun in den jüngeren Altersgruppen weiter.

Nach Meerbuscher Vorbild arbeiten inzwischen auch die Städte Remscheid und Oberhausen. Weitere sollen folgen.