Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 02/17/2003

Wieder Fliegerbombe bei Osterath-Bovert entschärft
 
 
 
Drahtseilakt mit “Rahmenprogramm”:
Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte lief reibungslos

Gut geübt ist halb gewonnen. Gut zwei Wochen nach dem ersten Bombenfund auf einem Acker bei Bovert zwischen A57, Bahnlinie und Baggersee mussten gestern wieder die Kampfmittelräumer der Bezirksregierung ran. Am vergangenen Freitag war erneut eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich geortet worden. Das Feld wird seit Anfang Januar derzeit im Zuge des geplanten sechsspurigen Ausbaus der Autobahn systematisch mit Metalldetektoren untersucht. Im Zweiten Weltkrieg war der Acker Standort einer Fliegerabwehr-batterie, entsprechend intensiv war der Beschuss.

Gestern wurde der amerikanische Sprengkörper behutsam freigelegt und entschärft. Kampfmittelräumer Jost Leisten entfernte die beiden gut erhaltenen Aufschlagzünder und meldete der Einsatzleitung nach einer guten halben Stunde “Vollzug”. Es war die 60. Bombe, die der erfahrene Sprengstoffexperte der Bezirksregierung im Laufe seiner Nerven aufreibenden Karriere “zur Strecke gebracht” hat. Vor seinem Einsatz in Bovert hatte Jost Leisten noch einen Sprengkörper im Jüchen-Garzweiler Tagebau entschärfen müssen - für die Männer des Räumdienstes Tagesgeschäft: Rund 120 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg machen die Fachleute Jahr für Jahr im Regierungsbezirk Düsseldorf unschädlich.

Damit Leisten ungestört konnte, lief einmal mehr das komplette “Rahmenprogramm” in Sachen Sicherheit ab. Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung der Stadt koordinierte den begleitenden Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Bundesbahn. Beratend zum Einsatzstab hinzu kam ein Mitarbeiter der Firma Messer-Griesheim. Hintergrund: Eine unterirdische Rohrleitung des Unternehmens, die unter anderen die Bayer-Werke, die Erdölchemie in Dormagen und die Hüttenwerke des Ruhrgebiets mit Sauerstoff und Stickstoff versorgt, verläuft nur etwa 50 Meter vom Bombenfundort entfernt.

Auf eine Sperrung der Autobahn hatten die Sicherheitsbehörden diesmal verzichtet, um den Fundort herum wurde stattdessen ein Erdwall aufgeschüttet. Lediglich die Bahnstrecke Krefeld-Köln ruhte für eine gute Viertelstunde. “Die Aktion lief rundum reibungslos”, bilanzierte Fachbereichsleiter Heiko Bechert nach dem Einsatz. Lediglich ein paar Spaziergänger hatten die Sicherheitsposten freundlich “umleiten” müssen. Gegen 14.45 Uhr konnten alle Einsatzkräfte beruhigt einrücken.

Das gesamte Areal wird die Fachleute allerdings wohl noch länger beschäftigen. Die Kampfmittelräumer vermuten noch weitere Sprengkörper im Erdreich.