Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 03/02/2005

Wenn Leinenzwang und Meldepflicht einfach ignoriert werden
 
 
 
Hundehalter riskieren Bußgeld: Ordnungsbehörde greift durch

Autobahnkreuz Meerbusch. Es herrscht dichter Verkehr, plötzlich schießen ein Schäferhund und ein Labradormischling quer über die Fahrbahn. Ein Autofahrer muss scharf abbremsen, ein folgender Pkw fährt auf. An den Autos entsteht hoher Sachschaden, ein Insasse wird verletzt. Nachdem die Hunde eingefangen sind, stellt sich heraus, dass beide Tiere nicht nur nicht angeleint, sondern ordungsbehördlich auch nicht gemeldet waren. Auf den Halter wartet nun eine empfindliche Strafe, selbst wenn ihm die Anlein- und Meldepflicht nicht bekannt waren.

Denn dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, gilt auch im Landes- und Ortsrecht. “In der ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Meerbusch werden viele Bereiche des menschlichen Zusammenlebens angesprochen”, erläutert Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Bürgerbüro, Sicherheit und Umwelt. “Ob es sich um Ruhestörungen handelt oder um den Leinenzwang für Hunde, immer setzt die Reglementierung dort ein, wo unterschiedliche Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen.”

Gerade bei der Hundehaltung ist das nicht einfach. Dem Bedürfnis des Tieres nach freiem Auslauf steht das Sicherheitsempfinden oder schlicht die Ängstlichkeit mancher Menschen gegenüber. “Da müssen Kompromisse her, die beiden Parteien gerecht werden”, so Bechert. “Deshalb herrscht in Meerbusch auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen Anleinpflicht, auf Spielplätzen dürfen Hunde nicht einmal an der Leine mitgeführt werden.” Ausnahmen gelten nur auf Wirtschaftswegen und auf den Rheinuferwiesen zwischen Strom und Deich. Hier dürfen sich die Vierbeiner frei bewegen, so lange sie dem Naturschutzgebiet Ilvericher Altrheinschlinge fern bleiben.

Oftmals sind Hundebesitzer jedoch uneinsichtig und ignorieren die Anleinpflicht. Kritische Terrains sind zum Beispiel die Wiese am Hallenbad in Büderich oder die an den Schulhof des Meerbusch-Gymnasiums angrenzende Wiese. “Im Interesse der öffentlichen Sicherheit können wir das nicht durchgehen lassen”, gibt betont Bechert. “Wir kontrollieren mehrmals monatlich. Wer seinen Hund außerhalb der zulässigen Bereiche frei laufen lässt, muss seine Personalien angeben und ein Bußgeld zahlen.”

Damit nicht genug: Wenn der Hund außerdem nicht ordnungsgemäß gemeldet ist, wird es noch ärger. Bechert: “Die Anmeldung zur Hundesteuer reicht in vielen Fällen nicht aus. Nach dem Landeshundegsetz müssen Hunde schon ab 20 Kilogramm Gewicht oder 40 Zentimeter Widerristhöhe zusätzlich bei der Ordnungsbehörde angemeldet werden.” Halter gefährlicher Hunde und von Hunden bestimmter Rassen benötigen sogar eine ausdrückliche Erlaubnis der Ordnungsbehörde. Für diese Hunde gilt eine Maulkorbpflicht, von der nur nach einer Verhaltensprüfung befreit werden kann.

“Wer seiner Meldepflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit”, mahnt Bechert. Bis zu 250 Euro sind fällig, wenn nach der Ermittlung eines nicht angemeldeten Hundes der unvermeidliche Bußgeldbescheid ins Haus flattert.

Dabei macht es die Stadt Meerbusch den Hundebesitzern leicht: Informationen zu den gesetzlichen Vorschriften und Tipps zum richtigen Umgang mit Hunden gibt der Fachbereich Bürgerbüro, Sicherheit und Umwelt unter den Rufnummer 916-192. Im Internet ist unter unter A – Z, Stichwort “Hundehaltung” alles noch einmal übersichtlich zusammengefasst. Hier können auch die für die Anmeldung nötigen Formulare heruntergeladen werden.