Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 07/31/2003

Genehmigungsverfahren für neues FFH-Gebiet am Rhein ist angelaufen
 
 
 
Ruhezonen für Fische direkt am belebten
Naherholungsgebiet: Stadt ist skeptisch

Das europaweite ökologische Schutzgebietenetz “Natura 2000” soll Zuwachs bekommen: Im Rhein sollen nun zusätzlich Areale zum besonderen Schutz wandernder Fischarten ausgewiesen werden. Hierzu soll ein sogenanntes Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet “Fischruhezonen im Rhein” entstehen. Ins Auge gefasst sind mehrere Teilabschnitte zwischen Emmerich und Bad Honnef. Betroffen ist auch die Meerbuscher Rheinfront: Gedacht ist an die Ufer- und Flussbereiche, die den bestehenden FFH-Gebieten “Die Spey” und “Ilvericher Altrheinschlinge” vorgelagert sind. Ausgesucht wurden bewusst Bereiche mit stillem Wasser oder sehr geringer Strömung. Die Schutzzonen erstrecken sich bis zur Mitte der Fahrrinne des Rheins und gehen in der Längenausdehnung jeweils südlich über die bisherigen Grenzen des FFH-Gebietes hinaus.

Der Rhein ist in Nordrhein-Westfalen von maßgeblicher Bedeutung für die Fischfauna auch in den Nebenflüssen. Der Erhalt der ungestörten Flach- und Ruhigwasserzonen sowie der Kolke ist ausschlaggebend für die ökologische Funktion des Stroms.

Jetzt läuft das für die zur Meldung vorgesehenen Gebiete nötige Genehmigungsverfahren an. Die Unterlagen können bis 28. August im Technischen Dezernat der Stadt Meerbusch an der Wittenberger Straße 21 in Lank-Latum eingesehen werden. Unter www.brd.nrw.de ist auch ein Abruf im Internet möglich. Aus den Unterlagen ergeben sich Art, Umfang und die Gründe für das Projekt. Sie sagen jedoch noch nichts über die voraussichtlichen Auswirkungen aus.

Deshalb hat die Bezirksregierung Düsseldorf für Montag, 4. August, 10 Uhr, zusätzlich eine Informationsveranstaltung anberaumt, die insbesondere für die betroffenen Eigentümer und Nutzungsberechtigten gedacht ist. Ort des Geschehens ist das Dienstgebäude der Bezirksregierung an der Cecilienallee 2 in Düsseldorf, Raum 200.

Die Stadt Meerbusch hat bereits beanstandet, dass das Beteiligungsverfahrens ausgerechnet in die Sommerferien fällt. Auch inhaltlich gibt es erhebliche Bedenken: “Die Stadt lehnt die Ausweisung der zusätzlichen Flächen im Bereich der Ilvericher Altrheinschlinge komplett ab”, erklärt Detlef Horn, Umweltfachmann der Verwaltung. “Wir befürchten hier erhebliche Probleme mit der Entwässerung.” Darüber hinaus werde das Areal von vielen Menschen zur Freizeitgestaltung und Naherholung genutzt. “Es handelt sich um eines der wichtigsten Naherholungsgebiete der Region”, so Horn. “Deshalb ist es fraglich, ob das Schutzziel überhaupt erreichbar ist.” Die Frage sei außerdem, wie die Nutzungsbeschränkungen zu überwachen wären.

Bedenken und Anregungen aus der Bevölkerung können noch bis zum 4. September bei der Stadt Meerbusch oder direkt bei der Bezirksregierung Düsseldorf erhoben werden.