Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 07/20/2006

Bewässerung junger Straßenbäume ist jetzt überlebenswichtig
 
 
 
Bürger helft mit! - Täglich ein bis zwei
Eimer für den Baum vor der Haustür

35 Grad im Schatten, kein Wölkchen am Himmel, kein Regen in Sicht. Nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur macht die Hitze zu schaffen. Schon jetzt zeigen Straßenbäume gelbes Laub und werfen Blätter ab. Für die Gärtner des Fachbereichs Grünflächen Grund genug, die Wasserversorgung der grünen Schatten- und Sauerstoffspender zu forcieren. Besonders die in den vergangenen zwei Jahren gepflanzten Bäume brauchen jetzt dringend Feuchtigkeit. “Die Wurzeln sind noch nicht so tief ausgebildet. Hier müssen wir nachhelfen”, sagt Margret Schmitz-Winnacker. Mit ihrem Kollegen Karl-Heinz Thelen geht die Gartenbaufachfrau im Technischen Dezernat der Stadtverwaltung noch einmal ihre Mitarbeiterlisten durch: 50 Mann arbeiten in den Grün- und Forstkolonnen des Fachbereichs. “35 davon haben wir derzeit nur für die Bewässerung im Einsatz”, rechnet Thelen vor. Rund 50.000 Liter Wasser fließen täglich durch die Schläuche an die Wurzeln der darbenden Bäume. Die Bewässerung bedeutet zugleich Werterhalt: 200 bis 300 Euro kostet ein mittelgroßer Straßenbaum bei Pflanzung “Da lohnt sich der Aufwand durchaus,” sagt Karl-heinz Thelen. Rund 9.000 Bäume säumen Meerbuschs Straßen, Plätze und Wege. Rund 1.000 wurden in den letzten drei Jahren neu gepflanzt und brauchen jetzt dringend Wasser – eine echte Herausforderung.

Mehrere Fahrzeuge des Fachbereichs Grünflächen sind mit Tanks bis 1.500 Liter ausgerüstet. An anderen Stellen pumpen die Gärtner das Wasser direkt aus Hydranten an die Wurzeln. Ein großer Unimog-Tankwagen mit 6.000 Litern Fassungsvermögen versorgt derzeit die rund 350 Obstbäume des Meerbuscher Bürgerwäldchens am Alten Lanker Wasserwerk mit lebensrettendem Nass.

Bei allem Engagement der Stadtgärtner ist aber auch eines klar – ohne Hilfe der Bürger ist die Aufgabe kaum zu bewältigen. “Wenn jeder Meerbuscher dem Baum vor seinem Haus alle zwei Tage mit einem bis zwei Eimern Wasser helfen könnte, wäre das super”, hofft Margret Schmitz-Winnacker. “Das nützt nicht nur den Bäumen, sondern auch den Menschen.” Hintergrund: Bäume verbessern maßgeblich das Mikroklima im Ort. Ein großer Laubbaum kann der Luft jährlich bis zu 1.000 Kilogramm Schadstoffe und Staub entziehen, er speichert Feuchtigkeit und spendet wertvollen Sauerstoff – ein Aspekt der besonders vor dem Hintergrund der jüngst gemessenen Ozonwerte zu denken gibt.

Die Meerbuscher Feuerwehr geht schon mit gutem Beispiel voran: Stadtbrandmeister Herbert Derks hat auf Vermittlung des zuständigen Fachbereichsleiters Heiko Bechert sofort die Unterstützung der Florianer beim Bewässerungsmarathon zugesagt. Ein Tanklöschfahrzeug soll zunächst die im Herbst angelegten Aufforstungsflächen am Rande des Herrenbuschs zwischen Lank und Strümp beregnen.

Noch ein Hinweis: Obwohl die Meerbuscher Wälder gute Feuchtigkeitsspeicher sind, gilt auch hier striktes Rauchverbot. Damit trockenes Gras auf Rünstreifen und Banketten nicht in Brand gerät, dürfen auf keinen Fall Zigarettenkippen aus dem Auto geworfen werden.