Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 10/24/2007

Schulpraktikanten lernten im Stadtarchiv neue Welten kennen
 
 
 
Viel gelacht, viel gemacht: Aktenberge
vernichten machte besonders Spaß

„Wir haben viel gelacht, aber auch viel gemacht“, sagt David Saitta zufrieden. Gemeinsam mit seinen „Stufenkollegen“ Argjend Zeneli und Fabian Lonny absolvierte der 15-Jährige jetzt sein zweiwöchiges Berufspraktikum im Stadtarchiv an der Karl-Borromäus-Straße. Das Praktikum, das erste Einblicke ins Berufsleben vermitteln soll, gehört auch in der Stufe 10 der Maria-Montessori-Gesamtschule in Büderich verbindlich zum Lehrplan. Rund 30 Schülerpraktikanten klopfen pro Jahr bei der Stadtverwaltung an. Stadtarchivar Michael Regenbrecht freut sich über die jungen Helfer. „Die Schüler lernen hier das Alltagsgeschäft, aber auch das Selbstverständnis eines modernen Archivs kennen. Gut angeleitet sind sie mir außerdem eine echte Hilfe.“

Was ist überhaupt ein Archiv? Auf welchen rechtlichen Grundlagen arbeitet es? Wie kann man es sinnvoll nutzen? Die Fragen klingen banal, sind aber für die weitere Ausbildung der Schüler durchaus nützlich. Klassische Recherche und der Umgang mit verschiedenen Medien gehören zum erfolgreichen Lernen. „Bestände erfassen und dokumentieren, Zeitungen auswerten, Findbücher anlegen. Das sind Fähigkeiten, die auch für das Berufsprofil Medien- und Informationsdienstleister im weiteren Sinne interessant sind“, erklärt Regenbrecht.



Die Schüler denken freilich heute noch nicht so weit und suchen sich ihre Praktika ganz nach Neigung aus – oder auf gut Glück. „Es ist wirklich schwierig, etwas zu finden“, weiß auch Fabian Lonny aus Erfahrung. „Deshalb waren wir froh, gleich zu Dritt hier im Stadtarchiv unterzukommen.“ Michael Regenbrecht kann Unterstützung gut gebrauchen, denn sein Archiv steckt derzeit im Umbruch. Tonnenweise Beratungsvorlagen der politischen Ausschüsse müssen im Zuge der so genannten „Kassation“ gesichtet und - nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist – vernichtet werden. Spezialcontainer sorgen dafür, dass das Material auch datengeschützt entsorgt wird.

Tapfer arbeiteten sich Argjend, Fabian und David durch Aktenberge, beschifteten Hefter neu, ergänzten fehlende Vorgänge und sortierten Doubletten aus. „Zwei Tage lang haben wir danach nur Ordner vernichtet. Hat Spaß gemacht“, lächelt Argjend. Die letzte Woche verbrachte das Trio mit alten Karten und Plänen von Meerbusch. Inhalt, Typ, Maßstab und Zustand der betagten Kartenblätter wurden sorgfältig in Karteiblätter eingetragen und später in den PC eingegeben. Was auf den ersten Blick wenig spannend erscheint, bescherte den Gesamtschülern doch etliche neue Eindrücke. „Wir haben Straßennamen, Flurbezeichnungen oder Bäche entdeckt, von denen wir vorher nie gehört hatten“, berichtet Fabian. Tages- und Wochenberichte in der Praktikumsmappe halten fest, was die Jungs im Archiv gemacht und gelernt haben. Dafür gibt’s anschließend Noten vom Fachlehrer.

Wir auch die Note wird - Argjend, Fabian und David sind mit ihrem Praktikum rundum zufrieden: „Cool war’s hier.“ Und: „Jetzt wissen wir endlich, wo der Stingesbach ist.“