Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 04/16/2003

Landschaftsplan für Altrhein und Nierster Spey wird geändert
 
 
 
Strenger Schutz für Bläuling und Pirol:
Bürgerbeteiligung läuft bis 9. Mai

Bereits vor einigen Jahren sind die Nierster Spey und die Ilvericher Altrheinschlinge in die Liste der Schutzgebiete gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) aufgenommen worden. Jetzt soll der Landschaftsplan des Kreises Neuss entsprechend geändert werden. Dazu gehört auch ein Bürgerbeteiligungsverfahren. Bis zum 9. Mai ist der Änderungsentwurf im Gebäude der Kreisverwaltung an der Lindenstraße 10 in Grevenbroich öffentlich ausgelegt. Bis dahin können beim Amt für Entwicklungs-, Landschaftsplanung und Statistik des Kreises Bedenken und Anregungen zu dem Vorhaben eingereicht werden.

Die FFH-Richtline soll helfen, ein europäisches Biotopverbundsystem zu entwickeln, das länderübergreifend die Artenvielfalt schützt und das Naturerbe sichert. Im Anhang sind rund 400 Tier- und 360 Pflanzenarten sowie 250 Lebensraumtypen (Habitate) aufgeführt, die es zu retten gilt. In der Altrheinschlinge sind unter anderen bedrohte Arten wie Flussregenpfeifer, Pirol, Tafelente oder Teichrohrsänger nachgewiesen. Bevorzugter Lebensraum des Flussregenpfeifers sind die letzten versteckten Sand- und Kiesuferbereiche des Rheins.

Wird der Landschaftsplan für die Nierster Spey und die Althreinschlinge geändert, so hat dies vor allem Auswirkungen für die Landwirtschaft. Besonderes Augenmerk legt der Planentwurf auf den Erhalt der Wiesen und Auen. Festgelegt wird hier unter anderem, in welchen Zeiträumen und mit welchem Gerät die Wiesen gemäht werden sollen. Praktisches Beispiel: Bereiche, in denen der aus der A44-Diskussion bekannte Schwarzblaue Ameisenbläuling nachgewiesen ist, sollen nicht unter zehn Zentimeter Schnitthöhe gemäht werden. Dies schont Ameisennester und den sogenannten Wiesenknopf. Die Insekten und das seltene Kraut braucht der Schmetterling zwingend zum Überleben. Auch für die Düngung sieht der neue Landschaftsplan Einschränkungen vor. In bestimmten Bereichen sollen Ackerflächen zudem in extensiv genutztes Grünland umgewandelt werden.

Auch die Stadt Meerbusch ist aufgefordert, im Zuge des laufenden Beteiligungsverfahrens eine Stellungnahme zur Änderung des Landschaftsplanes abzugeben. Eine Entscheidung der politischen Gremien hierüber steht im Mai an.