Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 10/20/2003

Günter Schlephorst legt nach 28 Jahren sein Vorsitzendenamt nieder
 
 
 
Tausend Baugrundstücke geschaffen:
Der oberste "Umleger" macht Schluss

“Wer wird denn da umgelegt?” Die Frage ist scherzhaft gemeint, hat aber durchaus einen nachvollziehbaren Hintergrund: Der sogenannte “Umlegungsausschuss” und seine Aufgaben sind in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Jetzt ging in dem Expertengremium eine Ära zu Ende: Nach 28 Jahren als Vorsitzender legte Günter Schlephorst, Ministerialrat a. D. und alter Hase im “Umlegungsgeschäft”, sein Amt nieder. Bürgermeister Dieter Spindler verabschiedete den 73-jährigen Osterather im Technischen Dezernat mit Dank für seine langjährige verantwortungsvolle Arbeit.

In der Tat sind die Weichenstellungen, die der Umlegungsausschuss vornimmt, maßgeblich für die Weiterentwicklung der Stadt. Er schafft Werte – in Form von Bauland – und bereitet den Weg für Folgeinvestitionen in Millionenhöhe. Das ganze geschieht – so will es das Gesetz - hinter verschlossenen Türen. Das Gesetz regelt auch die Zusammensetzung des unabhängigen Gremiums: Drei Sachverständige und zwei Ratsmitglieder werden von einer Geschäftsstelle aus der Stadtverwaltung unterstützt.

Insgesamt wurde in Schlephorsts Amtszeit mit rund 1.250 Grundeigentümern erfolgreich verhandelt, rund drei Millionen Quadratmeter Bauland wurden neu geordnet. Es entstanden rund tausend Baugrundstücke mit einem Gesamtwert von 125 Millionen Mark, in die private Bauherren und die Stadt rund 375 Millionen Mark investierten. Wichtige Projekte waren unter anderen die Umlegungsverfahren für die Ortskernsanierungen in Lank und Osterath, aber auch für die Neubaugebiete um das Küppersfeld und die Lortzingstraße in Büderich. Hinzu kam der Grunderwerb für die wichtigen Gewerbegebiete im Osterather Mollsfeld oder im Entwicklungsareal Strümper Busch. Insgesamt waren rund 1.250 Meerbuscher Grundstückseigner an den Verfahren beteiligt. Nur drei Mal musste ein Gericht eingreifen. “Das ist ein deutliches Indiz für die neutrale und vertrauenswürdige Arbeit unter Führung von Herrn Schlephorst”, lobte Spindler.

“Wenn der Rat einen Bebauungsplan beschlossen hat, heißt das nicht, dass schon bald die Bagger anrollen können. Dann ging unsere Arbeit erst richtig los”, erinnert sich Schlephorst an die großen Projekte. Hintergrund: Die Grundstücke in den neuen Baugebieten sind für die neue Nutzung meist völlig falsch geschnitten. “Dieses Gewirr in die gewünschte Ordnung zu bringen, ist nicht leicht”, so der Fachmann. Viel Sachverstand in Sachen Vermessung, Grundstücksbewertung oder Planungsrecht, aber vor allem Verhandlungsgeschick ist nötig, um den Grund neu zu ordnen, um bestehende Rechte abzulösen und neu zu gründen, Mieten oder Pachten neu zu regeln. Schlephorst brachte all‘ diese Qualitäten mit. So ist es tröstlich. Dass er dem Umlegungsausschuss immerhin als stellvertretender Vorsitzender erhalten bleibt.