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Artikel vom: 08/29/2008

Werkstattverzeichnis Wilhelm Hables ist fertig gestellt
 
 
 
Ein Stück Meerbusch-Kunst: Bildhauer
mit lebenslanger Liebe zum Werkstoff Holz

Das Lebenswerk des Meerbuscher Meisterschülers, Holzschnitzers und Bildhauers Wilhelm Hable ist für die Nachwelt gesichert. Exakt 153 Holzplastiken und Bronzegüsse sind in einem neuen Werkstattverzeichnis festgehalten, das jetzt in der Kulturverwaltung der Stadt erarbeitet wurde. Die Kunstwerke – zu fast allen hegt der 85-Jährige ein ganz persönliches Verhältnis – bilden in Hables Werkstatt an der Südstraße in Osterath eine wundervolle Kulisse. Kunstfreunde haben derzeit keine Gelegenheit mehr, die Arbeiten zu sehen, denn auf öffentliche Ausstellungen verzichtet der Künstler inzwischen.

Dass das Werkstattverzeichnis nun fertig vorliegt, ist dem Engagement von Ingrid Kuntze vom Meerbuscher Kulturkreis zu verdanken. „Sie hat die Initiative ergriffen, behutsam den Kontakt zu Herrn Hable geknüpft und so die nötige Vertrauensbasis geschaffen“, sagt Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Einen Überblick über das gesamte Schaffen des Künstlers zu sichern, sei eine wichtige dokumentarische Aufgabe der Stadt. Edelgard Wenzel, Mitarbeiterin im Fachbereich Kultur, verbrachte Stunden in Hables Atelier und inventarisierte jede einzelne Plastik, die größer ist als 25 Zentimeter. Die Vielzahl der kleineren noch erhaltenen Arbeiten soll möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt erfasst werden.



Wilhelm Hable, der Mitte der Fünfziger Jahre sein Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf begann und in Osterath heimisch wurde, hatte in seinem Heimatdorf Draxlschlag im Bayerischen Wald zunächst eine Holzschnitzerlehre absolviert. „Der Werkstoff Holz lebt und arbeitet, er ist meine Passion“, sagt der 85-Jährige. Nach Studium und kurzer Assistententätigkeit unterrichtete Hable an der Kunstakademie rund 20 Jahre als künstlerisch-technischer Lehrer für Holzbildhauerei. Während dieser Zeit sammelte er auch erste Erfahrungen mit den Werkstoffen Bronze und Stein. In Bronze gegossen ist auch seine Figur des Heiligen Nikolaus, die seit 1997 den Brunnen an der Osterather Pfarrkirche St. Nikolaus ziert.

Holz in seiner ganzen Formen-, Farben- und Maserungsvielfalt aber fasziniert Wilhelm Hable seit jeher am meisten. Seltene Werkstoffe wie Buchs- oder Essigbaumholz verarbeitete er besonders gern. Neben den jetzt verzeichneten 153 Arbeiten aus seinem Atelier sind etliche Werke des Meerbuschers in öffentlichen Räumen, besonders auch in Kirchen, zu sehen: So stammen die Figuren der Weihnachtskrippe der Düsseldorfer St.-Lambertus-Kirche ebenso aus Hables Werkstatt wie die Bruder-Konrad-Plastik im Krefelder Kapuziner-Kloster oder das Blausteintaufbecken in der St.-Hubertus-Kirche von Duisburg-Rahm. Gern nutzten kirchliche Auftraggeber Geschick und Fachwissen des Meisterschülers bei der Restaurierung historischer Schnitzaltäre.

Hable stellte im Düsseldorfer Ehrenhof, in Hamburg und München oder auch im Stadtmuseum Mülheim aus. In Meerbusch waren seine Arbeiten unter anderem bei Gruppenausstellungen des Vereins Meerbuscher Künstler in der Teloy-Mühle zu sehen.