Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 02/23/2006

Jecke entschieden den Kampf ums Rathaus im Handstreich für sich
 
 
 
“Die Welt zu Gast bei Freunden”:
Kinderprinz Felix stieg aus Riesenfußball

“Die Welt zu Gast bei Freunden” – Andreas Bongartz, Prinz der Nierster Karnevalsgesellschaft “Kött on Kleen”, nimmt das Motto der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Lande gern wörtlich. Bei Bürgermeister Dieter Spindler stieß “Seine Tollität” damit allerdings auf wenig Gegenliebe. “Wir wollen hier im Rathaus lieber unter uns bleiben”, rief der Verwaltungschef vom Rathausbalkon dem Prinzen und seiner jecken Streitmacht entgegen. In diesem Jahr hatte sich Spindler eigens eine bedrohlich aussehende "Rathauswache" mit Schirmmützen und dunklen Brillen engagiert, um den Ansturm der Narren abzuwehren. Und auch die knallgelben Schilder an allen Rathaustüren und –fenstern ließen keinen Zweifel: “Kein Zutritt für Möhne und Jecke - Stadt Meerbusch, Der Bürgermeister”.

“Wir haben et hier jrad so jemütlich, ihr könnt wieder nach Hause fahren!”, rief der Bürgermeister in die Menge und schleuderte Prinz Andreas II. frech eine Wasserbombe vor die Füße. Der zeigte sich von der derben Begrüßung allerdings wenig beeindruckt und winkte ganz cool bewährte “Nierster Gefechtstechnik” herbei: Ein Trecker mit einem gewaltigen Fußball auf dem Frontlader rollte auf die Rathaustür zu. Auf Knopfdruck schwebte die schwarz-weiße Kugel zur Rathausballustrade. Spindler staunte nicht schlecht, als ihm urplötzlich das Nierster Kinderprinzenpaar Felix und Anna entgegensprangen. “Wir haben’s geschafft”, rief Felix glücklich ins Mikrofon.

Die Treppe hinunter rennen und die Rathaustür von innen entriegeln war jetzt nur noch ein Kinderspiel. Erwartungsfroh strömte das närrische Volk in langer Schlange in die “Führungsetage”. Mit Scheren bewaffnet stürmten die Weiber auf krawattenverzierte “Verwaltungshengste” zu und befreiten die Mannsbilder von den oft schon betagten “Kulturstricken”. Bürgermeisterreferent Jürgen Wirtz, Weiberfastnacht traditionsgemäß “(Rat)hauskapelle”, schmiss den Riemen auf die Orgel und heizte der jecken Gesellschaft tüchtig ein. Wie immer wurden die Möhnen der Katholischen Frauengemeinschaften aus Osterath und Lank von den “Weibern” der Büdericher AWO, der Osterather KG “Fettnäppke” sowie den Karnevalsgesellschaften Heinzelmännchen, Blau-Weiß Büderich und “Kött on Kleen” Nierst unterstützt. “Wo iss dä Dieter, ich will tanzen”, rief eine beleibte Möhn und spähte suchend durch die Narrenschar. Der Hausherr war wie üblich der gefragteste Tanzpartner.

Gegen 14 Uhr leerten sich dann die Räume im Rathaus, und die närrische Karawane zog zur jecken Party des Personalrats ins Technische Dezernat der Stadtverwaltung nach Lank-Latum. Wer gegen 20 Uhr noch fit war, macht sich unverdrossen auf die Reise ins nördlichste Dorf Meerbusch, nach Nierst. Im Festzelt dort steigt am Abend traditionsgemäß – wie könnte es anders sein – der große “Möhneball”.