Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/28/2008

Geschichtsstudenten der Uni Düsseldorf "üben" im Stadtarchiv
 
 
 
„Dokumente ohne Ende“: Wenn alte Karten
und Totenzettel sprechen lernen

„Davon haben wir schon Unmengen registriert“, sagt Youssef Essa und arbeitet sich weiter durch den Gemarkungskartenbestand der alten Gemeinde Büderich. Der Geschichtsstudent der Uni Düsseldorf absolviert derzeit mit seinem Kommilitonen Bastian Schrumpf aus Langst-Kierst im Stadtarchiv an der Karl-Borromäus-Straße ein vierwöchiges Praktikum. Überschrift: „Einführung in die Archivkunde – Archive im Rheinland“.

Stadtarchivar Michael Regenbrecht freut sich, wenn junge Leute aus den weiterführenden Meerbuscher Schulen oder aus den Unis der Nachbarstädte bei ihm ein Stück Archivpraxis kennenlernen möchten. Die Nachfrage nach Praktika im Stadtarchiv ist groß. Die Betreuung der Schüler und Studenten verbucht Regenbrecht unter seinem selbst auferlegten „Lieblingsauftrag“: Nur zu gern baut er aktiv die landläufigen Vorurteile gegen Archive ab – von wegen staubig, langweilig oder „von gestern“. Bei Youssef (21) und Bastian (23) hat Regenbrecht mit derlei Halbwissen kein Problem, beide sind mit Interesse bei der Sache. In den vergangenen drei Wochen haben die Studenten unter anderem den gesamten Dokumentenbestand der Meerbuscher FDP inventarisiert, der als so genanntes Depositum an der Karl-Borromäus-Straße aufbewahrt wird. Sie haben alte Zeitungen ausgewertet, die Totenzettelsammlung des Archivs weiter verzeichnet und sich zum Vergleich auch das Kreisarchiv in Zons angesehen.

Vor allem die Masse des bei Michael Regenbrecht lagernden Dokumentenmaterials hat beide beeindruckt. Bis zum Beginn ihres fünften Semesters im Oktober werden die beiden angehenden Historiker ihre Erfahrungen „made in Meerbusch“ in einem ausführlichen Bericht zusammenfassen. Wenn die Youssef und Bastian nach vier Wochen Arbeit Feierabend machen, stehen die Nachfolger schon in der Tür. Während der Herbstferien sind eine Schülerpraktikantin und die nächste Studentin aus Düsseldorf an der Reihe.