Artikel aus den Rathaus-Nachrichten......
Artikel vom: 08/20/2003

Fachausbildung zur Vermessungstechnikerin in der Stadtverwaltung
 
 
 
Jede Menge Zahlen, Maße, Winkel –
und keine Angst vor “Mathe”

“Am Anfang steht immer die Vermessung”, sagt Burkhard Pütz weise. Will heißen: Wer nichts vermessen hat, kann nichts planen und schon gar nichts bauen. Der Mann muss es wissen. Er ist selbst Vermessungsingenieur und Ausbildungs-beauftragter im Fachbereich Planen, Bauen, Umwelt der Stadtverwaltung. Für Elena Siebert ist die Vermessung auch so etwas wie ein Anfang - nämlich Anfang und Hauptinhalt ihrer beruflichen Laufbahn. Seit knapp einem Jahr absolviert die 19-jährige im Technischen Dezernat ihre Ausbildung zur Vermessungstechnikerin. “Der Reiz an diesem Ausbildungsgang ist die Vielseitigkeit”, meint Burkhard Pütz. “Man arbeitet am Bildschirm ebenso wie auf der Baustelle. Bei uns lernt man vom ersten Aufmaß bis zum fertigen Plan alles kennen.” Das sei der Vorteil einer überschaubaren Verwaltung, die mit kleiner Mannschaft viel bewege.

Elena weiß das zu schätzen und “kniet sich richtig rein”. Einen guten Eindruck hat die junge Frau, die vor sechseinhalb Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam, von Beginn an gemacht. Den mathematischen Eingangstest bestand sie im Gegensatz zu etlichen anderen Bewerbern locker. “Wir möchten weder unsere Zeit, noch die unserer Azubis verschwenden, deshalb prüfen wir vorher die Grundlagen”, sagt Ausbilder Pütz. Sein Eindruck: Die Tests sind seit Jahren die gleichen, aber die Ergebnisse der Schulabgänger werden immer schlechter. So ist er froh, mit der 19-jährigen aus Neuss eine engagierte und lernwillige Auszubildende gefunden zu haben.

“Ich hatte schon immer Freude an Mathematik und Zeichnen”, sagt die Realschulabsolventin. Jetzt kann sie ihr Talent praktisch einsetzen. Ganz gleich ob sie bei der Vermessung einer neuen Straße von Nachbarn auf eine Tasse Kaffee eingeladen wird, oder eine Kuh auf der Weide den Vermessern zu Leibe rückt - Langeweile gibt es nie. Und das liegt wohl auch an den gestiegenen Anforderungen und dem technischen Niveau in der Branche: “Durch die grafische Datenverarbeitung ist unser Spektrum deutlich breiter geworden”, so Burkhard Pütz. Entsprechend gut seien die Berufschancen der frischgebackenen Vermessungstechniker nach Ende der Lehre. Alle Absolventen aus dem Technischen Dezernat wurden bislang übernommen oder kamen durch Vermittlung bei einer anderen Kommune oder bei Vermessungsbüros unter. Einer wagte den Sprung ins Studium. Insgesamt bildet die Stadt Meerbusch derzeit vom Inspektorenanwärter bis zum Gärtner 19 junge Menschen aus. Zum 1. September kommen vier Inspektoren-Anwärter und vier Kindergarten-Praktikantinnen hinzu.

Elena ist sich jedenfalls sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben – denn Spaß
gibt es im Dienstalltag bei aller Präzisionsarbeit auch. “Wenn wir unser Messgerät am Straßenrand aufstellen, bremsen alle Autofahrer unwillkürlich ab. Die denken, sie würden geblitzt”, sagt das Mädchen und grinst.